Paris – 01.10.2026: Die Protestbewegung an französischen Gymnasien hat sich am Donnerstag auf weitere Städte und Hochschulstandorte ausgeweitet. In Paris, Marseille, Straßburg, Rennes und anderen Städten wurden Schulen blockiert. Die Aktionen richten sich vor allem gegen fehlende Lehrkräfte, unbesetzte Stellen und aus Sicht der Organisatoren unzureichende Mittel für das staatliche Bildungswesen.
Die Lage blieb nicht überall friedlich. Aus mehreren Städten wurden brennende Barrikaden oder Feuer vor Schulgebäuden sowie Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und Sicherheitskräften gemeldet. Am Lycée international des Pontonniers in Straßburg fiel nach einer Blockade der Unterricht am Vormittag aus. Lokale Medien berichteten zudem über Polizeieinsätze und Festnahmen im Umfeld mehrerer Schulen der elsässischen Metropole.
Besonders schwer waren die Folgen in Marseille. Nach Angaben der städtischen Verkehrsbetriebe wurden Busse in der Nähe von Gymnasien im Norden und Osten der Stadt angegriffen. Ein Fahrer sei attackiert worden, ein Bus habe gebrannt. Das Unternehmen kündigte eine Strafanzeige an. Metro-, Straßenbahn- und zahlreiche Busverbindungen waren zeitweise unterbrochen oder erheblich eingeschränkt.
Auch der Zugang zum Bahnhof Marseille-Saint-Charles war am Morgen wegen einer Demonstration vor dem Lycée Victor-Hugo und dem Bahnhof versperrt. Mehrere Buslinien mussten ihre Endhaltestellen verlegen; auf regionalen Verbindungen waren erhebliche Verspätungen zu erwarten. Die Verkehrsbehinderungen trafen Pendler, Schüler und Reisende weit über das unmittelbare Umfeld der Schulen hinaus.
Inzwischen beteiligen sich auch Studierende an den Protesten. Die Organisation Union étudiante sprach am Donnerstagvormittag von mehr als 30 blockierten Hochschulstandorten, darunter Einrichtungen in Paris, Nanterre, Straßburg, Marseille, Lyon, Reims und Poitiers. Die Zahl stammt von einem Interessenverband und war zunächst nicht unabhängig bestätigt. Belegt ist jedoch, dass die Bewegung nicht mehr auf Gymnasien beschränkt blieb.
Premierminister Sébastien Lecornu berief für 13 Uhr eine interministerielle Krisensitzung in Matignon ein. Anlass waren die Schulblockaden, Verkehrsbehinderungen und gewaltsamen Zwischenfälle. An der ressortübergreifenden Abstimmung sollten die für innere Sicherheit, Bildung und Verkehr zuständigen Stellen beteiligt werden. Die Regierung reagierte damit zugleich auf die Gefahr, dass weitere Ausschreitungen den Schulbetrieb und wichtige Verkehrsachsen beeinträchtigen könnten.
Die Proteste hatten bereits in den Tagen zuvor an Umfang gewonnen. Nach Angaben des Innenministers waren am Mittwoch landesweit 356 Bildungseinrichtungen von Blockaden betroffen. Am Donnerstag erreichte die Bewegung auch zahlreiche Hochschulen; zugleich führten Angriffe und Brände erstmals zu erheblichen Einschränkungen zentraler Verkehrsnetze.
Quellen
- Franceinfo
- Public Sénat
- Le Monde
- Régie des transports métropolitains und Métropole Mobilité
- Marsactu
- Pokaa
- Union étudiante
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).