Politik & Gesellschaft

Senat entscheidet über schärfere Regeln gegen illegale Sportstreams

Nach dem Votum der Nationalversammlung soll der Senat am 21. Juli eine Reform des Profisports abschließen. Sie sieht schnellere Sperren illegaler Übertragungen und neue Strafnormen für deren Anbieter vor.

Paris – 21.07.2026: Der Senat berät am Dienstagnachmittag abschließend über die Reform des französischen Profisports. Die Nationalversammlung hat den in einem gemeinsamen Ausschuss von Abgeordneten und Senatoren ausgehandelten Text bereits am 20. Juli angenommen. Stimmt auch die zweite Kammer zu, ist das Gesetz parlamentarisch endgültig verabschiedet. Ein zentraler Teil verschärft die Bekämpfung illegaler Live-Streams von Sportwettbewerben.

Künftig sollen Anbieter, Entwickler oder Betreiber von Online-Diensten, die Sportveranstaltungen ohne Zustimmung der Rechteinhaber übertragen, mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe und 300.000 Euro Geldstrafe belangt werden können. Die Strafvorschriften richten sich ebenso gegen den Vertrieb von Geräten oder Software, deren offenkundiger Zweck der illegale Zugang zu Übertragungen ist. Nutzer solcher Angebote stehen nicht im Mittelpunkt der neuen Tatbestände.

Auch die Werbung für illegale Streaming-Angebote soll sanktioniert werden. Vorgesehen sind dafür bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe und 15.000 Euro Geldstrafe. Die Regelung erfasst ausdrücklich die Anstiftung über Werbeanzeigen. Der Gesetzgeber orientiert sich damit an der Logik des Urheberrechts, überträgt diese aber gezielt auf die unbefugte Verwertung exklusiver audiovisueller Sportrechte.

Entscheidend ist zudem ein beschleunigtes Sperrverfahren. Bislang können Rechteinhaber beim Präsidenten des zuständigen Gerichts Sperr-, Lösch- oder Auslistungsmaßnahmen beantragen. Eine richterliche Anordnung kann für höchstens zwölf Monate gelten und auch Dienste erfassen, die bei ihrem Erlass noch nicht bekannt waren. Die technische Umsetzung trifft vor allem Internetzugangsanbieter und Suchmaschinen, nicht die illegalen Plattformen selbst.

Die Reform soll dieses Verfahren für laufende Wettbewerbe reaktionsfähiger machen. Rechteinhaber sollen Identifikationsdaten illegaler Dienste über ein automatisiertes System an technische Vermittler übermitteln können; die Regulierungsbehörde Arcom soll die Systeme kontrollieren. Damit könnten Zugänge während eines Spiels oder Turniers schneller gesperrt werden. Vorgesehen sind allerdings Nachweis-, Informations- und Beschwerderegeln, um unverhältnismäßige Sperrungen rechtmäßiger Angebote zu begrenzen.

Der Kampf gegen Piraterie ist Teil eines umfassenderen Gesetzes über Organisation, Finanzierung und Aufsicht des Profisports. Die Initiative der Senatoren Laurent Lafon und Michel Savin reagiert insbesondere auf die wirtschaftlichen und institutionellen Spannungen im französischen Profifußball. Sie enthält ferner Vorgaben zu Transparenz, Interessenkonflikten, Sportagenten, Mehrfachbesitz von Clubs und zur Rolle der Verbände gegenüber den Profiligen.

Der gemeinsame Ausschuss von Nationalversammlung und Senat hatte sich am 8. Juli auf einen Kompromiss verständigt. Mit der Annahme durch die Nationalversammlung am 20. Juli liegt die letzte parlamentarische Entscheidung beim Senat. Erst mit dessen Zustimmung kann das Gesetz nach der verfassungsrechtlich vorgesehenen Ausfertigung und Veröffentlichung in Kraft treten.

Quellen

  • Senat: Gesetzgebungsdossier zur Organisation, Verwaltung und Finanzierung des Profisports
  • Senat: Mitteilung zur Einigung im gemeinsamen Ausschuss
  • Nationalversammlung: Bericht zur Reform und zur Bekämpfung illegaler Sportübertragungen

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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