Singapur – 12.08.2026: In Singapur erproben Sporttrainer ein angepasstes Parkour-Training für ältere Menschen. Es soll Stürzen vorbeugen und zugleich vermitteln, wie sich ein plötzlicher Verlust des Gleichgewichts möglichst sicher abfangen lässt. Der von Franceinfo vorgestellte Ansatz verbindet Übungen für Kraft, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit mit Bewegungsabläufen, die im Alltag helfen können.
Mit den spektakulären Sprüngen über Mauern, für die Parkour bekannt ist, hat das Angebot wenig gemein. Geübt werden ein sicherer Schritt über niedrige Hindernisse, das Abstützen an einer Wand, kontrolliertes Abrollen und das Aufstehen vom Boden. Trainer passen die Belastung an Beweglichkeit, Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden an. Ein Anbieter in Singapur richtet seine Kurse an Menschen zwischen 50 und 70 Jahren.
Das Konzept zielt auch auf die Angst vor einem erneuten Sturz. Wer nach einem Unfall unsicher wird, bewegt sich häufig weniger. Dadurch können Muskelkraft, Koordination und Gleichgewicht weiter nachlassen, was wiederum das Sturzrisiko erhöhen kann. Das Training soll diesen Kreislauf durch behutsam aufgebaute Bewegungserfahrungen durchbrechen. Es geht daher um Prävention ebenso wie um den möglichst verletzungsarmen Umgang mit Situationen, in denen sich ein Sturz nicht mehr vermeiden lässt.
Sturzprävention ist in Singapur bereits Teil der staatlichen Alterspolitik. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums nahmen in den vergangenen fünf Jahren mehr als 25.000 ältere Menschen an unterstützten Programmen zur Verringerung des Sturzrisikos teil. Angeboten werden unter anderem Übungen für Muskelkraft, Ganggeschwindigkeit, Gleichgewicht und Beweglichkeit in örtlichen Begegnungszentren.
Das Ministerium berichtet von messbaren Fortschritten: Sieben von zehn Teilnehmenden hätten nach gezielten Kursen funktionelle Verbesserungen bei Kraft, Beweglichkeit oder Gehgeschwindigkeit gezeigt. Im Programm CALM von Sport Singapore verbesserten sich demnach 85 Prozent der Beteiligten in mindestens drei von fünf untersuchten Bereichen. Geprüft wurden unter anderem Handkraft, Aufstehfähigkeit und funktionelle Reichweite.
Auch in Frankreich gehört angepasste körperliche Aktivität zu den empfohlenen Maßnahmen gegen Stürze im Alter. Die Haute Autorité de Santé rät bei erhöhtem Risiko zu individuell zugeschnittenen Programmen, die mehrere Faktoren berücksichtigen. Dazu zählen Gangunsicherheit und Muskelabbau, aber auch Medikamente, Sehprobleme und Gefahren im Wohnumfeld. Das Konzept aus Singapur erweitert diesen Ansatz um das gezielte Einüben körperlicher Reaktionen auf einen drohenden Sturz.
Eine Übertragung auf andere Länder würde fachliche Anleitung und eine medizinische oder sporttherapeutische Eingangsbewertung voraussetzen. Singapurs Gesundheitsministerium und Sport Singapore wollen ihre Präventionsangebote bis Ende 2026 für weitere 10.000 ältere Menschen öffnen.
Quellen
- Franceinfo
- Gesundheitsministerium Singapur
- Sport Singapore
- Haute Autorité de Santé
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).