Paris – 29.09.2026: Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben am Dienstag in Frankreich für höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich landesweit 206.000 Menschen, die Gewerkschaft CGT sprach von 300.000 Teilnehmenden. Solche Abweichungen sind bei Demonstrationen üblich, weil Behörden und Veranstalter unterschiedlich zählen. Im Zentrum der Proteste stand die Frage, ob die Bezüge der Staatsbediensteten mit den Preisen Schritt gehalten haben.
Die Antwort hängt vom betrachteten Zeitraum und von der Beschäftigtengruppe ab. Für 2022 und 2023 weisen amtliche Statistiken inflationsbereinigt sinkende durchschnittliche Nettolöhne aus. Nach Angaben des französischen Portals für den öffentlichen Dienst ging deren Kaufkraft 2022 um 1,4 Prozent und 2023 um weitere 0,7 Prozent zurück. Die nominalen Erhöhungen reichten während der starken Teuerung somit nicht aus, um den Preisanstieg auszugleichen.
Der für die Besoldung maßgebliche Indexpunkt wurde zum 1. Juli 2022 um 3,5 Prozent und ein Jahr später um 1,5 Prozent angehoben. Hinzu kamen höhere Bezüge in den unteren Stufen sowie eine einmalige Kaufkraftprämie für einen Teil der Beschäftigten mit geringerem Einkommen. Die Maßnahmen begrenzten den Reallohnverlust, verhinderten ihn aber nicht vollständig.
Für 2024 ergibt sich zumindest in der staatlichen Verwaltung ein günstigeres Bild. Das Statistikamt Insee berechnete dort einen Anstieg des durchschnittlichen Nettogehalts um 2,6 Prozent in konstanten Euro. Dazu trugen die volle Jahreswirkung der vorherigen Erhöhung, fünf zusätzliche Indexpunkte ab Januar 2024 und die nachlassende Inflation bei. Der Durchschnittswert bildet allerdings nicht jede individuelle Laufbahn ab.
Beförderungen, Stellenwechsel, Zulagen und Veränderungen in der Zusammensetzung des Personals beeinflussen die Statistik. Wer über Jahre dieselbe Funktion und Besoldungsstufe behielt, beurteilt die eigene Kaufkraft dagegen vor allem anhand des Indexpunkts. Die Gewerkschaften verweisen deshalb auf dessen wiederholtes Einfrieren und auf den langfristig gewachsenen Abstand zu den Verbraucherpreisen.
Auch über einen längeren Zeitraum fällt die Bilanz gemischt aus. Zwischen 2012 und 2022 stieg die Kaufkraft des durchschnittlichen Nettolohns im gesamten öffentlichen Dienst laut Insee um 1,4 Prozent. Im Privatsektor betrug der Zuwachs im selben Zeitraum 4,0 Prozent. Auf diese schwächere Entwicklung stützt sich die Forderung nach einer allgemeinen Anhebung der Grundbesoldung.
Besonders angespannt bleibt die Lage in den unteren Entgeltgruppen. Nach Angaben der CGT erhalten seit dem 1. Juni 2026 rund 862.000 Beschäftigte eine Ausgleichszahlung, damit ihre Bezüge mindestens das Niveau des gesetzlichen Mindestlohns erreichen.
Quellen
- Franceinfo
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- Insee
- CGT
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).