Paris – 29.09.2026: Beschäftigte des französischen öffentlichen Dienstes treten an diesem Dienstag landesweit in den Streik. Acht repräsentative Gewerkschaften fordern höhere Gehälter und wenden sich gegen einen erneuten Lohnstopp im Haushalt 2027. Betroffen sind staatliche Behörden, Kommunen und öffentliche Krankenhäuser. In zahlreichen Städten sind Demonstrationen angekündigt.
Im Zentrum des Tarifkonflikts steht der sogenannte Indexpunkt. Er ist die gemeinsame Rechengröße für die Grundvergütung von Beamtinnen, Beamten und weiteren Beschäftigten des öffentlichen Dienstes. Jede Stelle wird einer Besoldungsgruppe und einer bestimmten Punktzahl zugeordnet. Das Grundgehalt ergibt sich aus der Zahl dieser Punkte, multipliziert mit dem staatlich festgelegten Wert des Indexpunkts. Wird dieser Wert angehoben, steigen die Bezüge vieler Beschäftigter zugleich.
Beförderungen, Zulagen oder Prämien wirken dagegen nur auf einzelne Laufbahnen, Tätigkeiten oder Personen. Sie können punktuell für höhere Einkommen sorgen, ohne die allgemeine Gehaltsentwicklung zu verändern. Die Gewerkschaften verlangen deshalb eine Anhebung des Indexpunkts. Nach ihrer Darstellung ließe sich damit der Kaufkraftverlust in weiten Teilen des öffentlichen Dienstes wirksamer ausgleichen als mit begrenzten Sonderzahlungen.
Seit der letzten allgemeinen Erhöhung im Jahr 2023 ist der Punktwert nach Angaben der Gewerkschaften unverändert geblieben. Die CFDT beziffert den Kaufkraftverlust seitdem auf mehr als sechs Prozent, über einen Zeitraum von zehn Jahren sogar auf mehr als 15 Prozent. Besonders angespannt ist die Lage demnach in den unteren Besoldungsgruppen: Dort liegt die Grundvergütung vieler Beschäftigter nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn. Steigt dieser, ohne dass die Gehaltstabellen entsprechend angepasst werden, rücken mehrere Besoldungsstufen enger zusammen.
Der Konflikt fällt in die Vorbereitung des französischen Haushalts für 2027. Die Regierung will die öffentlichen Ausgaben begrenzen und sieht nach den bislang bekannten Planungen keine allgemeine Erhöhung des Indexpunkts vor. Eine solche Anhebung hätte erhebliche und dauerhafte Folgen für den Etat, weil sie sich auf zahlreiche Gehälter und später auch auf Ruhebezüge auswirkt. Die Gewerkschaften verbinden ihre Lohnforderung deshalb mit Protest gegen Stellenabbau und aus ihrer Sicht unzureichende Mittel für öffentliche Dienstleistungen.
Die Folgen des Streiks hängen von Region und Dienststelle ab. In Schulen, Verwaltungen und kommunalen Einrichtungen kann es zu Einschränkungen kommen. Für öffentliche Krankenhäuser gelten Regeln zur Aufrechterhaltung der notwendigen Versorgung. Die Arbeitsniederlegung findet einen Tag vor der geplanten Vorstellung des Haushaltsentwurfs 2027 statt und richtet sich damit unmittelbar gegen die finanzpolitischen Prioritäten der Regierung.
Quellen
- Franceinfo
- Direction générale de l'administration et de la fonction publique
- CFDT Fonctions publiques
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).