Paris – 18.09.2026: Die Präsidentin der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, hat den geplanten Neubau eines Besucherzentrums am Palais Bourbon gegen wachsende Kritik verteidigt. Das 52,8 Millionen Euro teure Vorhaben soll den bisherigen Empfangspavillon ersetzen. Braun-Pivet erläuterte am 16. September die Gründe für das Projekt. Der Bauantrag ist für Anfang 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für 2030.
Der Entwurf der Agentur Moatti-Rivière sieht auf der Grundfläche des heutigen Pavillons einen acht Meter hohen Bau sowie drei unterirdische Ebenen mit insgesamt 3.400 Quadratmetern vor. Geplant sind Sicherheitskontrollen, Wartebereiche und Räume zur Vermittlung der parlamentarischen Arbeit. Nach Angaben des Parlaments soll die Anlage deutlich mehr Besucher aufnehmen können. Das Palais Bourbon zählt inzwischen rund 200.000 Gäste im Jahr, etwa doppelt so viele wie vor zehn Jahren.
Braun-Pivet begründet das Vorhaben mit den begrenzten Kapazitäten des bestehenden Gebäudes und einem besseren Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Ausgaben kämen der Öffentlichkeit zugute, nicht den Abgeordneten, erklärte sie. Das Büro der Nationalversammlung billigte das Programm 2022 und bestätigte den Entwurf am 17. September 2024 einstimmig. Der Rassemblement National war damals in dem Gremium nicht vertreten.
Die Gegner wenden sich vor allem gegen Größe und Gestaltung des Neubaus. Eine von der Denkmalschutzvereinigung Sites et Monuments unterstützte Petition hat nach Angaben des Parlamentssenders LCP mehr als 150.000 Unterschriften gesammelt. Kritiker betrachten den Abriss des Pavillons aus dem späten 19. Jahrhundert als vermeidbaren Verlust. Zudem stößt die geplante Glasfassade neben der klassizistischen Säulenfront des Palais Bourbon auf Ablehnung.
Besonders umstritten sind die Kosten in einer Zeit angespannter öffentlicher Haushalte. Der Etat der Nationalversammlung für 2026 sieht 15,8 Millionen Euro für die Erneuerung des Besuchereingangs und zusätzliche Räume vor. Laut einem Senatsbericht beträgt das Gesamtbudget der Kammer 644,01 Millionen Euro. Die Baukosten sollen über mehrere Jahre verteilt werden.
Auch die planungsrechtlichen Voraussetzungen sind noch nicht vollständig geklärt. Eine Anpassung des Schutz- und Gestaltungsplans für das 7. Arrondissement betrifft vor allem die unterirdischen Ebenen. Der Pariser Stadtrat gab im Juli eine befürwortende Stellungnahme ab, die keine Baugenehmigung ersetzt. Braun-Pivet zufolge erfordert der oberirdische Pavillon keine Änderung des Plans.
Bis zum Baubeginn stehen damit weitere Genehmigungen und Beschlüsse des künftigen Parlamentsbüros aus. Braun-Pivet schließt Änderungen oder eine zeitliche Streckung nicht aus. Auch ein Verzicht wäre nach ihrer Darstellung mit Kosten verbunden, da Ansprüche der beauftragten Architekten berücksichtigt werden müssten.
Quellen
- Franceinfo
- La Chaîne Parlementaire
- Assemblée nationale
- Sénat
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).