Paris – 17.07.2026: Die französische Energieregulierungsbehörde CRE hat eine durchschnittliche Erhöhung der regulierten Stromtarife um 2,5 Prozent einschließlich Steuern zum 1. August 2026 vorgeschlagen. Betroffen wären in Frankreichs europäischem Festland rund 19,37 Millionen Haushaltskunden, die einen Vertrag zum regulierten Tarif haben. Die endgültige staatliche Festsetzung steht nach dem veröffentlichten Verfahren noch aus.
Für einen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.500 Kilowattstunden beziffert die CRE die Mehrbelastung auf etwa 26 Euro inklusive Steuern pro Jahr. Die jährliche Rechnung würde in diesem Rechenbeispiel von 1.046 auf 1.072 Euro steigen. Der tatsächliche Betrag kann jedoch je nach Verbrauch, Vertragsleistung und gewählter Tarifoption deutlich abweichen.
Ein zentraler Grund ist die zum 1. August vorgesehene Anpassung der Netzentgelte, die unter der Bezeichnung TURPE geführt werden. Diese Entgelte decken die Kosten für Transport und Verteilung des Stroms. Für die Verteilnetze und das Übertragungsnetz hat die CRE im Durchschnitt Steigerungen von 3,04 beziehungsweise 3,34 Prozent veröffentlicht.
In diese Berechnung fließen die erwartete Inflation für 2026, die Abweichung zwischen erwarteter und tatsächlicher Inflation des Vorjahres sowie ein Ausgleichsmechanismus ein. Dieser soll Einnahmen und Kosten der Netzbetreiber wieder ins Gleichgewicht bringen. Nach Angaben der CRE lagen die Einnahmen von Enedis und RTE unter der vorhergesehenen Entwicklung; zugleich fielen unter anderem Kapital- und Engpasskosten höher aus als geplant.
Hinzu kommt eine höhere Kapazitätskomponente im regulierten Tarif. Sie berücksichtigt einen neuen Mechanismus, der ausreichend gesicherte Stromerzeugung in Zeiten hoher Nachfrage absichern soll. Die erste Auktion dieses neuen Systems fand am 6. Juli 2026 statt. Der noch offene Ausgleich aus dem bisherigen Mechanismus soll dagegen erst mit der nächsten Tarifbewegung im Februar 2027 berücksichtigt werden.
Teilweise dämpfend wirkt eine Senkung der Stromverbrauchsteuer für Anschlüsse mit einer vertraglichen Leistung bis 36 Kilovoltampere. Sie soll am 1. August von 30,85 auf 30,62 Euro je Megawattstunde sinken. Diese Steueranpassung reicht nach der Berechnung der CRE jedoch nicht aus, um die höheren Netz- und Kapazitätskosten vollständig auszugleichen.
Die CRE erstellt die Tarifempfehlung nach einer gesetzlich festgelegten Kostenmethode und übermittelt sie den für Energie und Wirtschaft zuständigen Ministern. Der Vorschlag geht zudem an den Obersten Energierat. Haushalte mit regulierten Tarifen sollten daher vor allem auf die Veröffentlichung der endgültigen Tarifentscheidung achten. Marktverträge können je nach Vertragsklausel anders auf die Entwicklung reagieren.
Quellen
- Commission de regulation de l'energie (CRE)
- Legifrance
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).