Labuan Bajo – 16.08.2026: Die Nachrichtensendung "20 Heures" von France 2 hat am Sonntag eine Reportage über einen Tauchgang mit Haien vor der indonesischen Insel Komodo ausgestrahlt. Der Beitrag ist Teil einer Reihe über besonders risikoreiche Reiseangebote. Er führt in ein Meeresgebiet, dessen touristische Nutzung seit April durch neue Besucherobergrenzen und verbindliche Schutzvorgaben stärker geregelt wird.
Die Tauchplätze liegen im Nationalpark Komodo vor der Küste der Insel Flores. Das Schutzgebiet umfasst Inseln und ausgedehnte Meeresflächen mit artenreichen Korallenriffen. Für Reiseveranstalter und ihre Gäste ist diese Unterwasserwelt der wesentliche Anziehungspunkt. Der hohe Besucherdruck kann jedoch Riffe, Meerestiere und Küstenbereiche belasten. Die Behörden versuchen deshalb, Naturschutz und wirtschaftliche Interessen miteinander zu vereinbaren.
Das indonesische Forstministerium führte zum 1. April 2026 eine tägliche Obergrenze für den Nationalpark ein. Sie betrifft die Inseln Padar, Rinca und Komodo sowie 23 Tauchplätze in deren Umgebung. Höchstens 1.000 Menschen dürfen das Schutzgebiet demnach pro Tag besuchen. Nach Darstellung des Ministeriums soll die Regelung das Ökosystem bewahren, ohne den Tourismus als wichtige Einnahmequelle der Region grundsätzlich zu beschneiden.
Für Tauchgänge gelten zusätzliche Sicherheits- und Naturschutzregeln. Teilnehmer benötigen eine gültige Tauchzertifizierung. Das Füttern und Berühren von Wildtieren sowie das Hinterlassen von Abfällen sind untersagt. Beschränkungen für das Ankern in flachen Gewässern und in Lebensräumen oder Wanderrouten von Mantarochen sollen Schäden an empfindlichen Unterwasserstrukturen verhindern.
Die Fernsehreportage setzt auf die spektakuläre Nähe zu Haien. Die Parkverwaltung verlangt dagegen einen angemessenen Abstand zu den Tieren und die Befolgung der Anweisungen von Aufsichtspersonal und Naturführern. Diese Pflichten richten sich ebenso an Tauchveranstalter, Reisebüros und andere Unternehmen, die im Schutzgebiet oder in dessen Umgebung tätig sind. Damit betrifft die Regulierung die gesamte touristische Dienstleistungskette.
Für Labuan Bajo, den wichtigsten Ausgangshafen für Fahrten in den Nationalpark, ist der Meerestourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Hotels, Bootsbetreiber, Tauchschulen und örtliche Führer profitieren von der internationalen Nachfrage. Eine dauerhafte Überlastung könnte jedoch den ökologischen Zustand des Gebiets verschlechtern und damit die Grundlage dieses Geschäfts beschädigen. Die Obergrenze soll die Zahl der Gäste deshalb planbarer machen und besonders stark besuchte Orte entlasten.
Das Ministerium bestätigte die Regelung im April nach Beratungen mit dem indonesischen Parlament. Wer vor Komodo tauchen will, braucht seither neben der erforderlichen Ausbildung auch einen Zugang im Rahmen der verfügbaren Tagesquote. Für sämtliche Besucher gelten die Schutzbestimmungen des Nationalparks.
Quellen
- Franceinfo: Bericht der Sendung 20 Heures
- Indonesisches Forstministerium
- Verwaltung des Nationalparks Komodo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).