Paris – 17.09.2026: Der französische Judoka Teddy Riner hat seine Warnung vor einem Erstarken der extremen Rechten gegen öffentliche Kritik verteidigt. In einem bei France Télévisions ausgestrahlten Interview hatte der fünffache Olympiasieger erklärt, die politische Entwicklung Frankreichs beunruhige ihn. Dabei benannte er ausdrücklich die extreme Rechte. Am Donnerstag bekräftigte Riner im Onlinedienst X, auch Spitzensportler seien Bürger und hätten das Recht, die Lage ihres Landes zu beurteilen.
Auslöser der Kontroverse war ein Kommentar des Moderators Pascal Praud beim Nachrichtensender CNews. Praud bezeichnete Riners Äußerung als formelhaft und verlangte eine genauere Begründung. Der Judoka antwortete, seine Stellungnahme solle weder belehren noch spalten. Er verwies auf seine Verbundenheit mit Frankreich, dessen Geschichte, republikanischen Werten und gesellschaftlicher Vielfalt. Widerspruch gehöre zum öffentlichen Austausch; das Recht, sich zu äußern, dürfe nicht vom Beruf oder gesellschaftlichen Rang abhängen.
Die Auseinandersetzung berührt eine grundsätzliche Frage: Welche Rolle sollen prominente Athleten in politischen Debatten spielen? Ihre Bekanntheit verschafft ihren Worten eine Reichweite, die gewöhnliche Wortmeldungen selten erreichen. Sportliche Erfolge verleihen ihnen jedoch weder besondere politische Autorität noch nehmen sie ihnen das Recht auf eine eigene Haltung. Gerade diese doppelte Stellung – Bürger und öffentliche Figur zugleich – macht ihre Äußerungen so wirksam und angreifbar.
Riners Wortmeldung folgt auf eine Debatte um Kylian Mbappé. Der Stürmer von Real Madrid trug vor dem Spiel gegen Elche am 15. September ein Solidaritäts-Shirt für die spanische Exklave Ceuta, verdeckte dessen Aufschrift jedoch teilweise. Am folgenden Tag erklärte Mbappé, er empfinde Solidarität mit Ceuta und den Menschen, die von der dortigen Migrationskrise betroffen seien. Zugleich habe er an Migranten erinnern wollen, die unter schweren Bedingungen lebten oder auf der Flucht gestorben seien.
Die Geste löste in Frankreich scharfe Reaktionen aus dem Umfeld des Rassemblement National aus. Mehrere Abgeordnete und Funktionäre griffen Mbappé in sozialen Netzwerken an. Der Fußballer hatte bereits vor einem möglichen Sieg der Rechtsaußenpartei bei der Präsidentschaftswahl 2027 gewarnt. Seine Erklärung zu Ceuta macht deutlich, wie rasch eine sportliche Symbolhandlung in einem aufgeheizten migrationspolitischen Klima als parteipolitische Position gelesen wird.
Riner und Mbappé äußerten sich aus unterschiedlichen Anlässen, beanspruchen aber dasselbe Bürgerrecht auf politische und gesellschaftliche Stellungnahme. Riner kündigte an, sich mit Demut und Überzeugung am Austausch über die Zukunft Frankreichs beteiligen zu wollen. Eine Einladung Prauds zu einem Gespräch in dessen Sendung hatte er bis zum Abend des 17. September nicht öffentlich beantwortet.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- El País
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).