Hérault – 13.08.2026: Eine Gemüseanbauerin im südfranzösischen Département Hérault erprobt Tomaten, die mit außergewöhnlich wenig zusätzlicher Bewässerung wachsen. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Reportage von Franceinfo können die Pflanzen bis zu einen Monat ohne neue Wassergabe auskommen. Die Ernte fällt dem Bericht zufolge dennoch üppig aus. Der Betrieb liefert damit ein praktisches Beispiel dafür, wie sich der Gemüsebau an häufigere Trockenperioden anpassen könnte.
Der Versuch findet unter verschärften Bedingungen statt. Rund 70 Prozent des französischen Staatsgebiets unterliegen derzeit Beschränkungen für die Wassernutzung. Ein niederschlagsarmer Frühling, hohe Temperaturen und mehrere Hitzeperioden haben den Rückgang der Reserven beschleunigt. Die Folgen treffen neben Haushalten, Kommunen und Industrie besonders die Landwirtschaft, deren Bedarf in den warmen Monaten steigt.
Im Hérault gelten abgestufte Vorgaben für Wasserentnahmen und Bewässerung. Ihre Schärfe richtet sich nach der Lage in den jeweiligen Einzugsgebieten und kann daher von Gemeinde zu Gemeinde variieren. Für Gemüsebetriebe sind solche Einschränkungen besonders folgenreich: Tomaten benötigen während des Wachstums und der Fruchtbildung gewöhnlich eine verlässliche Wasserversorgung. Ausfälle können Ertrag, Größe und Qualität der Früchte beeinträchtigen.
Die in der Reportage vorgestellten Pflanzen belegen allerdings nicht, dass Tomaten grundsätzlich ohne Wasser angebaut werden können. Ihr geringer Bedarf dürfte aus dem Zusammenspiel angepasster Sorten und geeigneter Anbaumethoden entstehen. Bodentiefe, organische Substanz, Mulch, Beschattung und Pflanzzeitpunkt beeinflussen, wie lange Feuchtigkeit verfügbar bleibt. Auch die Verwurzelung und die Beschaffenheit des Standorts spielen eine Rolle. Die Ergebnisse eines einzelnen Betriebs lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf andere Regionen übertragen.
Wirtschaftlich ist der Wasserbedarf ein wichtiger Faktor. Bewässerung verursacht Kosten für Energie, Anlagen, Wartung und Arbeitszeit; behördliche Beschränkungen erschweren zudem die Produktionsplanung. Sollten robuste Sorten unter vergleichbaren Bedingungen über mehrere Jahre stabile Ernten liefern, könnten sie die Abhängigkeit der Betriebe von zusätzlicher Bewässerung mindern. Dafür wären jedoch längerfristige Vergleiche zu Ertrag, Geschmack, Krankheitsanfälligkeit und Vermarktungsfähigkeit nötig.
Das Landwirtschaftsministerium hat wegen der Hitze- und Trockenheitsfolgen Hilfen und Anpassungsmaßnahmen angekündigt, darunter Investitionen in Wasserinfrastruktur und technische Beratung. Zugleich konkurrieren Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung, Wirtschaft und Ökosysteme um dieselben Reserven. Für die Betriebe bleiben deshalb die örtlichen Anordnungen der Präfektur maßgeblich. Der Versuch im Hérault zeigt, dass wassersparende Anbaumethoden bereits unter realen Produktionsbedingungen erprobt werden.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für den ökologischen Wandel
- Präfektur des Hérault
- Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).