Washington – 17.08.2026: US-Präsident Donald Trump hat das Pentagon angewiesen, die am Montag begonnenen gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea erheblich zu verkleinern. Zur Begründung verwies er auf seine nach eigener Darstellung sehr gute Beziehung zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un. Die Übungen seien kostspielig und vermittelten Pjöngjang ein unangemessen feindseliges Signal. Eine vollständige Absage sei wegen des bereits angelaufenen Programms nicht mehr möglich gewesen.
Trump gab die Entscheidung am Sonntag über soziale Medien bekannt. Zudem erklärte er, Südkorea habe eine von Washington gewünschte Beteiligung an der von ihm so bezeichneten Entnuklearisierung Irans abgelehnt. Diesen Vorgang brachte der Präsident mit der Verkleinerung des Manövers in Verbindung. Eine öffentliche Reaktion aus Seoul lag zunächst nicht vor; das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte jedoch den planmäßigen Beginn der Übungen.
Das Manöver Ulchi Freedom Shield war für elf Tage angesetzt. Nach vorherigen Angaben der Streitkräfte sollten rund 18.000 südkoreanische Soldaten teilnehmen. Geplant waren gemeinsame Operationen unter komplexen Einsatzbedingungen, darunter Gefechtsschießen zur Erprobung präziser Zielbekämpfung, die Überquerung eines Gewässers mit militärischen Mitteln und der Transport vorbereiteter Ausrüstung. Welche Teile des Programms nun entfallen oder begrenzt werden, blieb zunächst offen.
Für das Bündnis besitzt die Übung einen hohen operativen Stellenwert. Sie zählt neben dem Frühjahrstraining zu den beiden großen regelmäßigen Manövern der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte. Washington und Seoul bezeichnen die Übungen als defensiv und als Teil ihrer Abschreckung gegen Nordkorea. In Südkorea sind etwa 28.500 amerikanische Soldaten stationiert. Die Allianz bildet seit Jahrzehnten den Kern der Sicherheitsordnung auf der koreanischen Halbinsel. Kurzfristige Eingriffe in die Planung berühren daher auch Fragen der Einsatzbereitschaft und der politischen Verlässlichkeit innerhalb des Bündnisses.
Die Anordnung fällt in eine Phase neuer Spannungen. Nordkorea hatte in der vergangenen Woche zwei ballistische Raketen getestet; solche Starts verstoßen gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Pjöngjang bezeichnete die bevorstehenden Übungen als Vorbereitung eines Angriffskrieges und kündigte eine entschlossene Reaktion an. Amerikanische und südkoreanische Stellen erklärten dagegen, ihre Ausbildung berücksichtige Erfahrungen aus jüngeren Konflikten sowie Veränderungen der nordkoreanischen Fähigkeiten.
Trump knüpft damit an seine erste Amtszeit an. Nach seinem Gipfeltreffen mit Kim in Singapur im Juni 2018 setzte er große Manöver ebenfalls überraschend aus und begründete dies vor allem mit den Kosten. Die damalige Diplomatie über das nordkoreanische Atomprogramm scheiterte 2019. Kim hat seither sein Raketen- und Atomprogramm weiterentwickelt. Trump und der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung hatten 2025 noch ihre Unterstützung für die Allianz und für Gespräche mit Nordkorea bekräftigt.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Congressional Research Service
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).