New York – 22.09.2026: US-Präsident Donald Trump tritt am Dienstag vor die Generalversammlung der Vereinten Nationen. Seine Rede wird mit besonderer Aufmerksamkeit erwartet: Handelskonflikte, der Krieg gegen Iran und gekürzte amerikanische Beiträge für internationale Organisationen belasten das Verhältnis Washingtons zu europäischen und asiatischen Partnern. Die Generaldebatte der 81. Sitzungsperiode beginnt am 22. September und dauert bis zum 28. September.
Der Politologe Romuald Sciora rechnet mit einer scharfen Ansprache gegen traditionelle Verbündete der Vereinigten Staaten. Trump werde den Auftritt vermutlich vor allem nutzen, um seine eigene Wählerschaft zu mobilisieren, sagte Sciora dem Sender Franceinfo. Er leitet am Pariser Institut für internationale und strategische Beziehungen das Observatorium für Politik und Geostrategie der Vereinigten Staaten. Seine Einschätzung bezieht sich auf die erwartete politische Linie des Präsidenten, nicht auf den Inhalt einer bereits gehaltenen Rede.
Auch die geplanten Gespräche am Rande der Generalversammlung stehen unter dem Eindruck internationaler Konflikte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press will Trump unter anderem mit dem britischen Premierminister Andy Burnham, Japans Regierungschefin Sanae Takaichi und Vertretern der Golfstaaten zusammentreffen. Dabei soll es vor allem um den Krieg mit Iran und die Sicherheit im Nahen Osten gehen.
Für Europas Regierungen besitzt der Auftritt zusätzliches Gewicht, weil Trump multilaterale Verfahren seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus wiederholt skeptisch beurteilt hat. Bei seinem vorigen Auftritt vor den Vereinten Nationen kritisierte er europäische Staaten wegen ihrer Migrations- und Energiepolitik. Zugleich hat seine Regierung die Finanzierung von Teilen des UNO-Systems gekürzt. Die Organisation, deren Haushalt wesentlich von den Beiträgen der Mitgliedstaaten abhängt, gerät dadurch weiter unter finanziellen Druck.
Frankreich bemüht sich dennoch um einen belastbaren Gesprächskanal nach Washington. Präsident Emmanuel Macron traf Trump am Montag, dem 21. September, in New York. Nach Berichten über die Begegnung sprachen beide über die Ukraine, die Lage im Nahen Osten und die Folgen hoher Ölpreise. Paris sucht bei diesen Fragen die Abstimmung mit den Vereinigten Staaten, obwohl beide Regierungen in mehreren Konflikten unterschiedliche Positionen vertreten.
Die Generalversammlung kann diese Gegensätze nicht verbindlich auflösen. Ihre Resolutionen sind grundsätzlich nicht rechtsverbindlich. Die jährliche Zusammenkunft schafft jedoch internationale Öffentlichkeit und ermöglicht direkte Begegnungen zahlreicher Staats- und Regierungschefs. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden während der hochrangigen Woche fast 130 von ihnen persönlich erwartet. Auf der Tagesordnung stehen neben Frieden und Sicherheit auch künstliche Intelligenz, Pandemieprävention, Klimafragen und die Reform der internationalen Zusammenarbeit.
Trumps Rede gilt deshalb als Hinweis darauf, welche Rolle die Vereinigten Staaten künftig in diesem System beanspruchen. Während Washington Distanz zu multilateralen Institutionen erkennen lässt, bleiben die Vereinten Nationen finanziell und politisch auf die Mitwirkung ihres größten Beitragszahlers angewiesen.
Quellen
- Franceinfo: Interview mit Romuald Sciora
- Vereinte Nationen: Hochrangige Woche und Generaldebatte der 81. Generalversammlung
- Associated Press: Donald Trump vor der UNO-Generalversammlung
- Le Monde: Treffen von Emmanuel Macron und Donald Trump in New York
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).