Washington – 25.07.2026: Vor dem National Museum of American History, einem der meistbesuchten Häuser an der National Mall, sollen künftig Hinweistafeln stehen. US-Präsident Donald Trump ordnete am Freitag, 24. Juli, an, dass die Tafeln Besucher auf Darstellungen aufmerksam machen sollen, die seine Regierung für unzutreffend hält. Im Kern geht es um die Frage, wer die Geschichte der Vereinigten Staaten erzählt – und aus welcher Perspektive ihre Konflikte gedeutet werden.
Die Anweisung richtet sich an das Innenministerium, das Haushaltsamt, die General Services Administration und das Büro für Innenpolitik im Weißen Haus. Der National Park Service soll in Abstimmung mit diesem Büro vorübergehende Schilder oder kleinere Außeninstallationen auf den von ihm verwalteten Wegen und Flächen rund um das Museum aufstellen. Die Ausstellung selbst wird durch den Erlass nicht unmittelbar zur Entfernung einzelner Objekte verpflichtet.
Grundlage ist ein am 4. Juli veröffentlichter Bericht des Domestic Policy Council. Darin wirft das Weiße Haus der Leitung der Smithsonian Institution und insbesondere dem Geschichtsmuseum vor, die amerikanische Vergangenheit nicht ausreichend als gemeinsames nationales Erbe zu vermitteln. Der Bericht kritisiert unter anderem, dass die Gründungsgeschichte der Vereinigten Staaten und die 56 Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung aus Sicht der Regierung zu wenig gewürdigt würden.
Trump verbindet die Entscheidung ausdrücklich mit dem 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit, der am 4. Juli 2026 begangen wurde. Seine Regierung verlangt eine stärker patriotisch ausgerichtete Darstellung der Landesgeschichte. Kritiker dieser Linie befürchten dagegen politischen Druck auf Museen und wissenschaftliche Einrichtungen. Die Debatte betrifft auch die Darstellung von Sklaverei, Rassentrennung und Bürgerrechtsbewegung – Themen, die im Museum einen festen Platz haben.
Das National Museum of American History gehört zur Smithsonian Institution, die zahlreiche Museen und Forschungseinrichtungen in Washington betreibt. Das Haus dokumentiert mehr als zwei Jahrhunderte Alltags-, Sozial- und Politikgeschichte der USA. Seine Sammlungen reichen von Gegenständen aus der Revolution über Erinnerungsstücke aus Kriegen bis zu Exponaten der Popkultur und der Bürgerrechtsgeschichte.
Einen konkreten Termin für die Aufstellung der Tafeln nennt der Präsidialerlass nicht. Auch ihr genauer Wortlaut ist bislang offen. Die Anordnung sieht vor, dass die Hinweise Informationen vermitteln sollen, welche die Regierung als Korrektur angeblich fehlerhafter Aussagen des Museums versteht. Der Konflikt verlagert sich damit zunächst auf den Bürgersteig vor dem Gebäude – sichtbar für Schulklassen, Touristinnen und Touristen sowie die Beschäftigten des Hauses.
Der Vorgang ist Teil eines seit Monaten geführten Streits über die kulturelle Deutungshoheit in den USA. Bereits im März 2025 hatte Trump eine präsidiale Anordnung zur Neuausrichtung staatlich unterstützter Geschichtsvermittlung unterzeichnet. Die nun verfügten Schilder sind deshalb mehr als Besucherinformationen: Sie markieren den Versuch der Regierung, ihre Lesart der nationalen Vergangenheit im öffentlichen Raum Washingtons sichtbar zu machen.
Quellen
- The White House: Restoring Trust in the Smithsonian Institution
- Associated Press: Trump orders new signs outside Smithsonian saying some exhibits are inaccurate
- CBS News: Trump orders signs placed outside Smithsonian museum warning of inaccurate information
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).