Washington – 11.08.2026: US-Präsident Donald Trump hat FIFA-Präsident Gianni Infantino öffentlich gegen Forderungen nach dessen Ablösung verteidigt. Ein Wechsel an der Spitze des Weltfußballverbandes wäre ein schwerer Fehler, schrieb Trump am Montagabend auf seiner Plattform Truth Social. Infantino sei eine herausragende Führungspersönlichkeit. Der US-Präsident verwies dabei auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko.
Die Intervention fällt in eine institutionelle Krise der FIFA. Infantino hatte Ende Juli vorgeschlagen, das kommerzielle Geschäft der Weltmeisterschaft in eine neue Struktur zu überführen und private Investoren daran zu beteiligen. Das Vorhaben stieß bei mehreren Kontinentalverbänden auf deutliche Ablehnung. Nach massivem Widerstand zog die FIFA den Plan am 1. August zurück. Der Verband erklärte, die Debatte habe starke Spannungen innerhalb der internationalen Fußballfamilie ausgelöst.
Am Montag verschärften die europäische UEFA, der asiatische Verband AFC und der nord- und mittelamerikanische Verband Concacaf ihre Kritik in einem gemeinsamen offenen Brief. Die drei Organisationen beanstandeten vor allem das Verfahren: Die Mitgliedsverbände seien über ein Projekt von solcher Tragweite nicht angemessen informiert und einbezogen worden. Nach ihrer Darstellung entstand dadurch ein Vertrauensbruch zwischen der FIFA-Führung und wichtigen Teilen ihrer föderalen Struktur.
Der Konflikt reicht über ein einzelnes Finanzierungsmodell hinaus. Die FIFA ist als Vereinigung ihrer 211 Mitgliedsverbände organisiert und kontrolliert die Weltmeisterschaft als ihr wirtschaftlich bedeutendstes Turnier. Eine Beteiligung privater Kapitalgeber hätte die Frage aufgeworfen, in welchem Umfang künftige Einnahmen, Vermarktungsrechte und strategische Entscheidungen an externe Investoren gebunden werden könnten. Kritiker befürchteten eine dauerhafte Verschiebung des Einflusses zugunsten kommerzieller Interessen.
Trumps Unterstützung hat zusätzliches Gewicht, weil die Vereinigten Staaten zu den drei Gastgebern der WM 2026 gehören und Infantino während des Turniers wiederholt mit dem Präsidenten auftrat. Medienberichte über mögliche Verbindungen des geplanten Investorenmodells zu Personen aus dem Umfeld von Trumps Familie hatten den Widerstand gegen das Projekt verstärkt. Eine direkte Beteiligung des Präsidenten oder seiner Familie an dem zurückgezogenen Vorhaben ist jedoch nicht belegt.
Die FIFA hatte Infantino am Wochenende gegen die Vorwürfe verteidigt und von einer koordinierten Kampagne zur Schwächung seiner Führung gesprochen. Auf die Kritik der drei Konföderationen am Entscheidungsprozess ging die Stellungnahme jedoch nicht im Einzelnen ein. Der offene Brief belegt, dass der Rückzug des Investorenprojekts den Streit nicht beendet hat.
Formell bleibt Infantino im Amt; Trump besitzt als US-Präsident keine Funktion in den FIFA-Gremien. Seine Stellungnahme verbindet jedoch den internen Machtkampf eines formal unabhängigen Sportverbandes mit dem Staatschef eines zentralen Gastgeberlandes. UEFA, AFC und Concacaf verlangen eine unabhängige Überprüfung der geplanten kommerziellen Struktur und ihrer Vorbereitung.
Quellen
- Associated Press
- FIFA
- UEFA
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).