Paris – 13.08.2026: Die Streamingplattform Twitch hat eine Kontoeinstellung eingeführt, die Amazon die Verwendung von Kanalinhalten für das Training generativer KI-Modelle erlaubt. Die Freigabe ist standardmäßig aktiviert. Streamerinnen und Streamer, die einer solchen Nutzung widersprechen wollen, müssen die Option im Bereich Sicherheit und Datenschutz ihres Kontos eigenständig ausschalten.
Nach den Angaben in den Twitch-Einstellungen kann die Freigabe ein breites Spektrum an Inhalten erfassen: Liveübertragungen und die dazugehörigen Chatverläufe, gespeicherte Sendungen, Clips, Höhepunkte sowie Texte und Bilder eines Kanals. Damit reicht die mögliche Nutzung weit über das eigentliche Videomaterial hinaus. Auch Beiträge, die während oder im Umfeld einer Übertragung entstehen, können einbezogen werden.
Eine besondere Einschränkung betrifft Nachrichten in fremden Chats. Wer in einem anderen Kanal schreibt, kann die mögliche Verwendung des eigenen Beitrags nicht allein über seine persönliche Kontoeinstellung verhindern. Maßgeblich ist nach Angaben von Twitch die Entscheidung der Betreiberin oder des Betreibers des jeweiligen Kanals. Zuschauerinnen und Zuschauer verfügen somit nicht für jede einzelne Chatnachricht über eine eigene Wahlmöglichkeit.
Die Voreinstellung löste am 13. August Kritik unter Nutzerinnen und Nutzern aus. Beanstandet wird vor allem das Opt-out-Verfahren: Creator müssen aktiv widersprechen, statt vor der Nutzung ihres Materials ausdrücklich um Zustimmung gebeten zu werden. Hinzu kommt die Frage, wie nachvollziehbar bleibt, welche Inhalte tatsächlich in Trainingsprozesse einfließen. Die Kontoeinstellung beschreibt zwar die grundsätzlich erfassten Formate, gibt den Betroffenen aber keinen unmittelbaren Einblick in einzelne Verarbeitungsvorgänge.
Twitch gehört seit 2014 zu Amazon. Die Plattform hatte bereits zuvor KI-gestützte Funktionen eingesetzt, unter anderem zur automatischen Auswertung von Sprache und Chataktivität für die Erstellung kurzer Videoausschnitte. Zu dieser Funktion hatte Twitch erklärt, die erzeugten Analysen würden nicht zur Schulung der dabei eingesetzten KI verwendet. Die neue Option ist davon zu unterscheiden: Sie bezieht sich ausdrücklich auf das Training generativer Modelle von Amazon.
Für professionelle Kanäle berührt die Regelung zugleich wirtschaftliche Interessen. Livestreams, Aufzeichnungen, Clips, Texte und Bilder sind Bestandteile ihrer Produktion, dienen der Reichweite und lassen sich teilweise eigenständig vermarkten. Ob Amazon diese Inhalte für seine Modelle verwenden darf, hängt nun von einer Einstellung ab, die zunächst auf Zustimmung steht.
Wer die Freigabe widerrufen will, muss Twitch im Webbrowser öffnen, sich anmelden und in den Kontoeinstellungen den Bereich Sicherheit und Datenschutz aufrufen. Dort lässt sich die Option zum Training generativer KI deaktivieren. Für Beiträge in anderen Kanälen bleibt jedoch die Einstellung des jeweiligen Kanalbetreibers maßgeblich.
Quellen
- Franceinfo
- Twitch Help Portal
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).