Washington – 13.08.2026: Die US-Regierung entzieht der Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA die koordinierende Rolle beim Arctic Report Card 2026. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte, dass die diesjährige Ausgabe nicht mehr unter ihrer Federführung vorbereitet werde. Die von NOAA beigesteuerten Messdaten sollen jedoch weiterhin erhoben und öffentlich zugänglich gemacht werden.
Damit endet vorerst die staatliche Koordination eines Berichts, der seit zwei Jahrzehnten zu den maßgeblichen Bestandsaufnahmen über den Zustand der Arktis zählt. Vollständig eingestellt ist das wissenschaftliche Projekt damit nicht. Unklar bleibt allerdings, ob und in welcher Form die beteiligten Fachleute ihre Arbeit außerhalb der bisherigen NOAA-Struktur veröffentlichen können. Eine neue Trägerschaft wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Der Arctic Report Card erscheint seit 2006 jährlich und bündelt begutachtete Erkenntnisse über Temperaturen, Meereis, Niederschläge, den grönländischen Eisschild und arktische Ökosysteme. NOAA übernahm dabei redaktionelle, technische und kommunikative Aufgaben. Der Bericht richtete sich an Forschungseinrichtungen, Behörden, Bildungseinrichtungen und die Öffentlichkeit; seine langfristig vergleichbaren Messreihen erlaubten es, einzelne Extremwerte in größere Entwicklungen einzuordnen.
Die Ende 2025 veröffentlichte 20. Ausgabe entstand unter Mitwirkung von 111 Autorinnen und Autoren aus 13 Ländern. Sie erschien als technischer NOAA-Bericht und wurde durch Datenportale, Grafiken und öffentlich zugängliche Erläuterungen ergänzt. Nach Medienberichten hatten die Arbeiten an der 21. Ausgabe bereits begonnen, als die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die organisatorische Änderung informiert wurden.
Der Bericht für 2025 hielt einen neuen Temperaturrekord fest: Von Oktober 2024 bis September 2025 lagen die oberflächennahen Lufttemperaturen in der Arktis so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Messreihe im Jahr 1900. Im März 2025 erreichte das winterliche Meereis zudem seine geringste maximale Ausdehnung seit Beginn der Satellitenbeobachtungen 47 Jahre zuvor.
NOAA führt die beschleunigte Erwärmung der Region auf den menschengemachten Klimawandel zurück. Seit 1980 stieg die jährliche Lufttemperatur in der Arktis nach Angaben des Berichts nahezu dreimal so schnell wie im globalen Durchschnitt. Veränderungen dort wirken sich auf Ökosysteme und Lebensbedingungen aus und sind für die internationale Klima- und Meeresforschung von erheblicher Bedeutung.
Die zugrunde liegende Dateninfrastruktur soll bestehen bleiben. Das Arctic Data Center führt 86 frei zugängliche Datensätze zu Lufttemperatur, Schneebedeckung, Meereis, Niederschlägen und Tundra auf. Gesichert ist nach Angaben der Behörde somit die Fortführung der Messreihen, nicht aber die Veröffentlichung einer zusammenhängenden Ausgabe des Arctic Report Card für 2026.
Quellen
- Franceinfo
- NOAA Arctic
- NOAA Repository
- Arctic Data Center
- CPAESS
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).