Ab dem 6. Juni 2025 müssen sich Fernsehzuschauer in Frankreich auf einige gravierende Änderungen in der Senderlandschaft einstellen. Die Abschaltung von C8 und NRJ12 hat Platz gemacht für neue Programme, neue Sendeplätze – und sogar eine kleine Revolution im Look der öffentlich-rechtlichen Sender. Wer abends durchzappen will, sollte vorbereitet sein.
Die neue Ordnung: Nachrichten blockweise sortiert
Bislang lagen die Nachrichtensender auf der Fernbedienung bunt verstreut. Damit ist jetzt Schluss. Ab sofort bilden die großen Info-Sender ein zusammenhängendes Paket:
- BFMTV zieht von Platz 15 auf die 13.
- CNews rutscht direkt dahinter auf die 14.
- LCI verlässt den 26sten-Platz und findet sich künftig auf der 15 wieder.
- franceinfo, bislang auf Platz 27, landet auf der 16.
Ein geordneter Infoblock – klingt praktisch, oder? Damit dürfte das Zappen zwischen den Nachrichtensendern deutlich flüssiger werden.
Überraschungen für Serien- und Kinderfans
Die politische Senderkombination LCP/Public Sénat war bisher auf Kanal 13 zu finden. Künftig rücken die beiden auf Platz 8 vor – genau dorthin, wo einst C8 sendete.
Gulli, Kinder- und Familiensender von M6, erhält den nun freien Slot von NRJ12 und landet so auf Platz 12.
Der wohl auffälligste Wechsel betrifft France 4, das künftig den prominenten Platz 4 übernimmt. Bislang war dort Canal+ zuhause, doch der Pay-TV-Riese zieht sich mit seinen vier Sendern – darunter Canal+ Cinéma, Sport und Planète – komplett aus der TV-Liste zurück.
Der Grund? Der nicht verlängerte Lizenzvertrag für C8 sowie, laut Canal+, ein zunehmend schwieriges regulatorisches und steuerliches Umfeld.
Was bedeutet das für Ihr TV-Gerät?
Für die allermeisten Haushalte ist kein Handgriff nötig: Die neue Nummerierung wird in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni automatisch aktualisiert – oder beim nächsten Einschalten des Fernsehers angeboten.
Nur in seltenen Fällen ist ein manueller Sendersuchlauf nötig. Auf der Website der Medienaufsicht Arcom gibt es detaillierte Anleitungen, je nachdem ob Sie per Antenne, Box, Satellit oder App fernsehen.
T18 startet – mit viel Kultur und einem bekannten Gesicht
Ein echter Neuzugang ist der neue Sender T18. Er belegt den Kanal 18 und wird am 6. Juni um 19:45 Uhr offiziell mit einer Sendung von Laurent Ruquier eröffnet.
T18 gehört zum Medienimperium von Daniel Kretinsky und setzt auf ein hochwertiges Programm mit Dokus, Kino und Live-Kultur. Laurent Ruquier wird ab dem 14. Juni jeden Samstagabend eine einstündige Kultursendung moderieren. Weitere Formate: ein tägliches Nachrichten-Debattenformat mit Matthieu Croissandeau (ehemals BFMTV) und die neue Dokumentarreihe "(En)quête de sens", moderiert von Ava Djamshidi.
Noch ein Neuling: NOVO19 ab September
Ab dem 1. September schaltet sich NOVO19 ins Spiel ein – auf Kanal 19. Die Tochter des Ouest-France-Medienkonzerns will mit Nachrichten, Magazinen, Filmen, Dokus und einem täglichen 75-Minuten-Talkshow-Format punkten.
Ein mutiger Schritt in einer Zeit, in der viele jüngere Zuschauer längst ins Netz abgewandert sind.
Neues Design: france.tv ersetzt alte Logos
Auch optisch weht ein frischer Wind: Die Logos von France 2 bis France 5 verschwinden aus der Ecke oben rechts und machen Platz für ein gemeinsames france.tv-Branding.
Die Idee: Alle öffentlich-rechtlichen Kanäle sollen als ein starkes Bündnis wahrgenommen werden. Delphine Ernotte Cunci, Präsidentin von France Télévisions, sieht darin einen logischen Schritt – besonders angesichts der Konkurrenz durch Apps und soziale Medien.
Wichtig sei jedoch, so betont sie, dass jede Senderidentität erhalten bleibe. Ein einheitliches Logo – ja. Eine Einheitssoße? Ganz sicher nicht.
Wer profitiert, wer verliert?
Der größte Gewinner dürfte wohl der Zuschauer sein – vorausgesetzt, er findet sich schnell in der neuen Senderliste zurecht. Mehr Ordnung bei den Infosendern, neue Formate mit bekannten Gesichtern und frische Ideen auf den hinteren Plätzen versprechen neue Impulse für die TNT.
Von C. Hatty