Wasquehal – 07.09.2026: Wenn in Wasquehal nahe Lille die Feuerwehr alarmiert wird, können mehrere Mitglieder derselben Familie zum Einsatz gerufen werden. Die Burggraeve engagieren sich seit vier Generationen im örtlichen Feuerwehrzentrum. Ein aktueller Bericht von Franceinfo begleitet Großeltern, Eltern und Enkel, die ihren Alltag auf unterschiedliche Weise mit dem freiwilligen Dienst verbinden.
Die Bindung der Familie an die Wache reicht Jahrzehnte zurück. Guy Burggraeve leitete das Centre d'Incendie et de Secours der Stadt, dessen Geschichte 1922 begann. Bei der Hundertjahrfeier im September 2022 erinnerte er an die lange Tradition des freiwilligen Engagements. Rund 60 ehrenamtliche Feuerwehrleute gehörten dem Zentrum damals an.
Auch die jüngere Generation ist bereits in die örtlichen Strukturen eingebunden. Tom Burggraeve wird in einem Protokoll des Gemeinderats vom 30. März 2026 als Vertreter der Jugendfeuerwehrschule genannt. Dort lernen Jugendliche technische Grundlagen, körperliche Belastbarkeit und die Regeln des Einsatzdienstes kennen. Die Ausbildung bereitet sie auf eine mögliche spätere Verpflichtung als freiwillige Feuerwehrleute vor, nimmt ihnen die Entscheidung darüber aber nicht ab.
Die Familiengeschichte berührt eine zentrale Frage des französischen Zivilschutzes: Wie lassen sich dauerhaft genügend Freiwillige gewinnen? Nach Angaben des Innenministeriums waren am 1. Januar 2026 landesweit 200.961 freiwillige Feuerwehrleute tätig. Sie stellten knapp vier Fünftel des gesamten Feuerwehrpersonals. Die meisten leisten ihren Dienst neben Beruf, Studium oder Ausbildung, werden jedoch für dieselben Kernaufgaben eingesetzt wie ihre hauptberuflichen Kollegen.
Wie stark das System beansprucht wird, belegen die Einsatzzahlen. Frankreichs Feuerwehr- und Rettungsdienste rückten 2025 insgesamt 4,89 Millionen Mal aus, drei Prozent häufiger als im Vorjahr. Auf Hilfeleistungen für Menschen entfielen 79 Prozent der Einsätze, auf Brände sechs Prozent. Im Durchschnitt vergingen bis zum Eintreffen am Einsatzort 15 Minuten und 9 Sekunden. In diesem Wert sind auch weniger dringliche Einsätze und Zeiten der medizinischen Einsatzsteuerung enthalten.
Für eine Kommune wie Wasquehal kann eine über Generationen gewachsene Bindung den Nachwuchs sichern und Erfahrung bewahren. Sie ersetzt jedoch weder die vorgeschriebene Ausbildung noch die persönliche Bereitschaft, jederzeit mit belastenden Situationen konfrontiert zu werden. Im Frühjahr 2026 unterzeichnete der französische Staat deshalb einen Aktionsplan für die Jahre 2026 bis 2028. Er soll unter anderem die Vereinbarkeit des Feuerwehrdienstes mit dem Erwerbsleben erleichtern und neue Kräfte gewinnen.
Bei den Burggraeve erhält diese politische Aufgabe eine konkrete Gestalt: Mehrere Generationen übernehmen Einsätze, Ausbildung und Nachwuchsarbeit innerhalb derselben örtlichen Feuerwehrstruktur.
Quellen
- Franceinfo
- Stadt Wasquehal
- Französisches Ministerium des Innern und des Zivilschutzes
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).