Wirtschaft

Vier Millionen Kubikmeter Brandholz setzen Girondes Forstwirtschaft unter Druck

Nach den Großbränden in der Gironde müssen rund vier Millionen Kubikmeter geschädigtes Kiefernholz geborgen werden. Das Überangebot könnte die Preise drücken und bringt Waldbesitzer, Forstbetriebe und Verarbeiter in Bedrängnis.

Lacanau – 07.09.2026: Nach den schweren Waldbränden dieses Sommers steht die Forstwirtschaft in der Gironde vor einer zweiten Krise. Rund vier Millionen Kubikmeter geschädigtes Kiefernholz müssen gesichert und möglichst rasch verwertet werden. Der außergewöhnlich große Holzanfall droht den regionalen Markt zu überlasten. In Lacanau prüfen Unternehmen der Holzbranche bereits, welche Mengen sie aufnehmen und zu welchen Bedingungen sie diese verarbeiten können.

Auslöser der angespannten Lage ist der Brand von Saumos, der am 22. Juli ausbrach und nach Angaben der Behörden rund 42.000 Hektar erfasste. Die Präfektur der Gironde bezeichnete die Folgen für Waldbesitzer, forstwirtschaftliche Dienstleister und die Holzindustrie als erheblich. Ende Juli erkannte der Staat die Feuer von Saumos und Biscarrosse als Waldschadensereignis großen Ausmaßes an.

Verbrannte und durch die Hitze geschwächte Kiefern müssen in vielen Bereichen aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Umstürzende Stämme können Wege, technische Anlagen und Arbeitsflächen gefährden. Zugleich soll die schnelle Entnahme verhindern, dass beschädigte Bestände zum Ausgangspunkt für Schädlingsbefall werden. Das Landwirtschaftsministerium verwies nach den Bränden ausdrücklich auf die notwendige Sicherung der Flächen und die Beseitigung instabiler Bäume.

Für die Eigentümer folgt daraus ein wirtschaftliches Dilemma. Holz, das gleichzeitig in sehr großen Mengen angeboten wird, erzielt gewöhnlich niedrigere Preise. Die Betriebe müssen zwischen einer schnellen Räumung, begrenzten Lagerkapazitäten und den Absatzmöglichkeiten von Sägewerken, Plattenherstellern, Energieerzeugern und Holzkohleproduzenten abwägen. Je nach Brandintensität eignet sich das beschädigte Holz zudem nur noch eingeschränkt für bestimmte Verwendungen. Verzögerungen erhöhen wiederum das Risiko, dass seine Qualität weiter sinkt.

Die Gironde gehört zum großen Forstgebiet der Landes de Gascogne, dessen Landschaft und Wirtschaft von der Seekiefer geprägt sind. Die Branche umfasst Waldbesitzer, Forstunternehmen, Transportunternehmen und industrielle Verarbeiter. Ein Überangebot trifft daher eine weit verzweigte regionale Wertschöpfungskette. Anfang August kündigte die Präfektur bei einem Treffen mit Vertretern der Forst- und Holzbranche an, die Wiederherstellung der Wälder gemeinsam mit Eigentümern, Unternehmen, der Landwirtschaftskammer und der Waldbrandabwehr vorzubereiten. Eine belastbare Gesamtschätzung der wirtschaftlichen Schäden lag zunächst nicht vor.

Parallel zur Vermarktung des Brandholzes beginnt die Planung der Wiederbewaldung. Dabei müssen die Räumung der Flächen, der Schutz empfindlicher Böden und die Versorgung der örtlichen Holzverarbeitung aufeinander abgestimmt werden. Künftige Bestände sollen außerdem widerstandsfähiger gegen Dürre und Feuer werden.

Die erwarteten vier Millionen Kubikmeter entsprechen annähernd einer regulären Jahresernte in der Gironde. Eine solche Menge gelangt nun zusätzlich und binnen kurzer Zeit auf den Markt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur der Gironde
  • Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Ernährungssouveränität
  • Légifrance

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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