Bordeaux – 27.07.2026: Die Waldbrände in der Gironde haben weitreichende Folgen für die regionale Wirtschaft. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mussten mehr als 13.000 Unternehmen ihre Standorte räumen oder den Betrieb einstellen. Wirtschaftsminister Roland Lescure erklärte am Montag, unter diesen Bedingungen könnten die Firmen ihre übliche Tätigkeit nicht fortsetzen. Präsident Emmanuel Macron leitete am Vormittag eine interministerielle Krisensitzung zu den Bränden im Süden Frankreichs.
In den Evakuierungszonen liegen nach Angaben des Ministeriums rund 7.000 Handwerksbetriebe und 6.300 Handelsunternehmen. Betroffen sind damit zahlreiche kleine und mittlere Firmen, deren Geschäft von täglicher Kundschaft, saisonalen Buchungen oder verlässlichen Lieferketten abhängt. Besonders schwer wiegt der Zeitpunkt: Ende Juli erwirtschaften das Becken von Arcachon und die Halbinsel Cap Ferret einen beträchtlichen Teil ihrer touristischen Jahreseinnahmen.
Die Regierung hat den evakuierten Unternehmen den Zugang zur Kurzarbeit eröffnet. Das Instrument soll Arbeitsplätze während des erzwungenen Stillstands sichern und die unmittelbaren Lohnkosten der Betriebe abfedern. Das Wirtschaftsministerium will zudem täglich mit Vertretern der regionalen Wirtschaft beraten, um Schäden, Ausfälle und den Unterstützungsbedarf zu erfassen. Angaben zum Gesamtumfang möglicher Hilfen lagen zunächst nicht vor.
Die Handelskammer Bordeaux Gironde hatte bereits am 24. Juli gemeinsam mit weiteren Kammerorganisationen eine Krisenzelle eingerichtet. Sie informiert über Sofortmaßnahmen und vermittelt betroffenen Unternehmern einen zentralen Ansprechpartner. In Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen sollen Verwaltungswege verkürzt und Schwierigkeiten aus den betroffenen Gemeinden rasch an die zuständigen Behörden weitergegeben werden.
Die Betriebsschließungen sind Folge einer umfassenden Gefahrenlage. Für die besonders bedrohte Halbinsel Cap Ferret organisierte die Gendarmerie eine vollständige Evakuierung über Straße und See. Dort mussten Zehntausende Einwohner und Urlauber das Gebiet verlassen. In der Gironde waren 440 Gendarmen eingesetzt, um Evakuierungen und Verkehrswege zu sichern sowie abgesperrte Gebiete zu überwachen.
Zunehmend drängen auch Versicherungsfragen. Lescure kündigte an, dass Versicherer die Unterbringungskosten Evakuierter entsprechend den jeweiligen Vertragsbedingungen übernehmen sollen, selbst wenn deren Wohnungen unbeschädigt geblieben sind. Für Schadenmeldungen soll mindestens bis zum 31. August 2026 Zeit bleiben.
Die Brände treffen die Gironde in einer angespannten Konjunkturphase. Mitte Juli hatten 94 Prozent der von der Handelskammer befragten Unternehmen über wirtschaftliche Schwierigkeiten im zweiten Quartal 2026 berichtet. Viele Betriebe gehen daher mit begrenzten finanziellen Reserven in den erzwungenen Stillstand. Handel, Handwerk und Tourismus können ihren Betrieb erst wieder aufnehmen, wenn die Behörden die Sicherheitsmaßnahmen in den evakuierten Gebieten aufheben.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für Wirtschaft und Finanzen / Angaben von Roland Lescure via AFP und La Tribune
- CCI Bordeaux Gironde
- Gendarmerie nationale
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).