Die Côte Vermeille, im äußersten Süden Frankreichs, bietet eine spektakuläre Mischung aus steilen Klippen, Weinbergen und dem schimmernden Blau des Mittelmeers. Wer Lust auf eine unvergessliche Wanderung hat, ist hier genau richtig – von Argelès-sur-Mer bis Cerbère erstrecken sich 32 Kilometer voller atemberaubender Aussichten, historischer Schätze und versteckter Badebuchten.
Der Küstenpfad, der die Côte Vermeille durchzieht, führt vorbei an felsigen Steilwänden, kleinen Fischerdörfern und immer wieder entlang endloser Reihen von Weinreben, die in der mediterranen Sonne schimmern. Für viele beginnt das Abenteuer in Port-Vendres, einem lebendigen Hafenort. Auch eine Gruppe von Radfahrern aus dem Elsass startet hier ihre Tour und freut sich: „Sport machen und gleichzeitig diese Aussicht genießen – perfekt!“
Erste Etappe: Der Phare du Cap Béar
Kaum ist die erste Steigung geschafft, taucht auch schon das erste Highlight der Route auf: Der Phare du Cap Béar, ein 27 Meter hoher Leuchtturm, wacht über das südlichste Ende des Mittelmeers. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts sicherte sein Licht den Küstenstreifen, der damals häufig von Schmugglern heimgesucht wurde. Der Weg hierher führt durch die typische mediterrane Landschaft, die Garrigue, deren würziger Duft von Thymian und Rosmarin in der Luft liegt.
Nach etwa einer Stunde Wanderung laden kleine Buchten zu einer Pause ein. Die mutigen Wanderer können sich ein erfrischendes Bad im kristallklaren Wasser gönnen oder die beeindruckende Tierwelt der Küste beobachten. Ein schwedisches Paar, das nach Banyuls-sur-Mer unterwegs ist, schwärmt: „Der Weg ist wunderschön und auch für weniger Geübte gut machbar.“ Und genau diese Leichtigkeit macht den Reiz dieser Wanderung aus.
Banyuls-sur-Mer: Wein und Meer im Einklang
Banyuls-sur-Mer ist nicht nur für seine traumhaften Strände bekannt, sondern auch für seinen Wein. In der Stadt angekommen, steht ein Besuch der berühmten Weinkooperative auf dem Programm. Hier wird der weltberühmte Süßwein „Banyuls“ hergestellt, dessen Reben entlang der gesamten Côte Vermeille gedeihen. Ein Glas dieses besonderen Tropfens – direkt vor Ort verkostet – schmeckt nicht nur köstlich, sondern vermittelt auch ein Gefühl der tiefen Verwurzelung dieser Region mit ihrer Weinbautradition.
Doch Banyuls hat noch mehr zu bieten: Charmante Gassen, kleine Kunstgalerien und immer wieder atemberaubende Ausblicke aufs Meer. Die Stadt ist wie ein Mosaik aus Kultur, Natur und Genuss – ein Ort, an dem man gerne verweilt.
Weiter bis Cerbère – oder noch weiter?
Wer sich jetzt noch fit fühlt, kann den Pfad bis Cerbère weiterwandern, dem letzten französischen Küstenort vor der spanischen Grenze. Hier treffen die zerklüfteten Felsen der Pyrenäen fast senkrecht auf das Mittelmeer – eine Landschaft, die wilde Schönheit und Einsamkeit ausstrahlt.
Für die Abenteuerlustigen geht es hier jedoch noch lange nicht zu Ende. Cerbère markiert zwar das offizielle Ende der Côte Vermeille, doch der Wanderweg zieht sich weiter – und zwar über die Grenze hinweg bis zur Costa Brava in Spanien. Auf diesem Abschnitt erwarten Wanderer noch einmal 187 Kilometer purer Natur, malerischer Buchten und spanischer Gastfreundschaft.
Kulturelle Highlights auf der Côte Vermeille
Die Côte Vermeille ist nicht nur ein Paradies für Naturfreunde, sondern auch für Kunst- und Kulturliebhaber. Der Ort Collioure, nur wenige Kilometer von Argelès entfernt, ist ein absolutes Muss. Kein Wunder, dass Künstler wie Henri Matisse und Pablo Picasso hier ihre Inspiration fanden. Die pastellfarbenen Häuser, das glitzernde Meer und die imposante Königsburg verleihen Collioure einen fast magischen Charme.
Und wer ein bisschen mehr über die Geschichte der Region erfahren will, sollte sich die Festung von Salses nicht entgehen lassen, die sich im Hinterland der Côte Vermeille befindet. Diese mächtige Festung, die im 15. Jahrhundert erbaut wurde, erzählt von den vielen Konflikten zwischen Frankreich und Spanien, die diese Grenzregion geprägt haben.
Kulinarische Köstlichkeiten der Region
Keine Wanderung ist komplett ohne eine Stärkung – und hier wird man wahrlich verwöhnt. Die Küche der Côte Vermeille ist ein Schmelztiegel der Aromen. Fisch und Meeresfrüchte spielen die Hauptrolle: Frisch aus dem Meer, oft gegrillt und mit Olivenöl, Kräutern und Knoblauch verfeinert, schmecken sie einfach himmlisch. Besonders empfehlenswert sind die Anchois de Collioure, eingelegte Sardellen, die nach traditionellem Rezept hergestellt werden.
Und wer es ein wenig süßer mag, darf Rousquille nicht verpassen – ein weiches Gebäck mit Zitronenaroma und Zuckerkruste, das einfach auf der Zunge zergeht.
Tipps für die Wanderung an der Côte Vermeille
Eine Wanderung entlang der Côte Vermeille ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis, doch im Frühjahr und Herbst zeigt sich die Region von ihrer besten Seite: Nicht zu heiß, nicht zu kühl, und die Natur blüht in voller Pracht. Ein paar feste Wanderschuhe, genügend Wasser und eine gute Portion Neugierde – das ist alles, was man braucht, um diesen Küstenpfad zu erkunden.
Wer es gemütlicher angehen möchte, kann die Route auch in Etappen aufteilen und zwischendurch in den charmanten Dörfern wie Collioure oder Banyuls übernachten. So bleibt auch genügend Zeit, die lokale Kultur und die Köstlichkeiten der Region in vollen Zügen zu genießen.
Na, Lust bekommen, die Wanderschuhe zu schnüren? Egal, ob als sportliches Abenteuer oder entspannte Genussreise – die Côte Vermeille wird dich mit offenen Armen empfangen.