Genf – 12.08.2026: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat besorgt auf den jüngsten Vorstoß von US-Präsident Donald Trump zur Neuordnung der Kinderimpfungen reagiert. Trump hatte am Montag, dem 10. August, eine Anordnung unterzeichnet, die weniger allgemein empfohlene Impfungen, getrennte Arzttermine und eine Aufspaltung des Kombinationsimpfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln befürwortet. Zugleich stellte er erneut einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus in den Raum.
Die WHO widerspricht dieser Behauptung mit Verweis auf die Forschungslage. Ihr Globaler Beratender Ausschuss für Impfsicherheit veröffentlichte im Dezember 2025 eine Auswertung von 31 Primärstudien aus mehreren Ländern. Die zwischen Januar 2010 und August 2025 erschienenen Untersuchungen ergaben demnach keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus-Spektrum-Störungen. Die Analyse bestätigte frühere internationale Bewertungen aus den Jahren 2002, 2004 und 2012.
Die Anordnung des Weißen Hauses sieht vor, die Zahl der für alle Kinder empfohlenen Impfungen zu verringern. Impfstoffe gegen elf Krankheiten sollen nach Angaben der US-Regierung allgemein empfohlen bleiben, weitere Präparate dagegen nur für Risikogruppen oder nach individueller ärztlicher Entscheidung vorgesehen werden. Der Schutz gegen Masern, Mumps und Röteln soll möglichst durch drei Einzelimpfungen statt durch das bewährte Kombinationspräparat erfolgen. Unmittelbar betrifft die Neuordnung vor allem die Empfehlungen auf Bundesebene; verbindliche Vorgaben für Schulen liegen weitgehend in der Verantwortung der Bundesstaaten.
Medizinische Fachgesellschaften in den Vereinigten Staaten warnen vor den praktischen Folgen einer Aufspaltung. Zusätzliche Arztbesuche vergrößerten das Risiko, dass Impfdosen versäumt oder verspätet verabreicht würden. Auch die WHO weist darauf hin, dass eine Streckung über die empfohlenen Intervalle hinaus den Schutz von Kindern verzögern kann. Eine abweichende Reihenfolge könne zudem in bestimmten Fällen die Wirksamkeit von Impfprogrammen beeinträchtigen.
Die American Academy of Pediatrics empfiehlt in ihrem Impfkalender für 2026 weiterhin Schutzimpfungen gegen 18 Krankheiten. Nach Auffassung der WHO sollten nationale Impfpläne auf der Häufigkeit der jeweiligen Krankheiten sowie auf Erkenntnissen zur Wirksamkeit, Sicherheit und zum günstigsten Zeitpunkt der Immunisierung beruhen.
Besonders folgenreich ist die Debatte bei Masern. Die hochansteckende Krankheit kann schwere Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündungen verursachen. Der Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln wird international seit Jahrzehnten eingesetzt. Die Behauptung, er könne Autismus auslösen, geht wesentlich auf eine 1998 veröffentlichte und später zurückgezogene Studie zurück; zahlreiche Untersuchungen widerlegten deren Ergebnis.
Im Mai 2026 hatte die WHO gemeinsam mit mehr als 70 Staaten und regionalen Gruppen vor sinkendem Vertrauen in Impfprogramme gewarnt. Falschinformationen könnten die Impfquoten schwächen und damit neue Krankheitsausbrüche begünstigen.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Weltgesundheitsorganisation
- Weißes Haus
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).