Politik & Gesellschaft

Zwei Untersuchungen nach Ausschluss von Mitarbeiterinnen am Eiffelturm

Mitarbeiterinnen mussten während des Besuchs einer hinduistischen Delegation Arbeitsbereiche am Eiffelturm verlassen. Nun untersuchen die Betreibergesellschaft und die Stadt Paris, wer die Anweisungen erteilte.

Paris – 10.09.2026: Nach dem Ausschluss von Mitarbeiterinnen während eines privaten Besuchs am Eiffelturm haben die Betreibergesellschaft SETE und die Stadt Paris getrennte Untersuchungen eingeleitet. Der Fall betrifft eine Delegation der hinduistischen Organisation BAPS, die das Pariser Wahrzeichen am Samstag, dem 5. September, besuchte. Eine Beschäftigte bestätigte nun gegenüber Franceinfo, dass sie ihren Arbeitsplatz während des Besuchs verlassen sollte.

Die Mitarbeiterin berichtete, sie sei aufgefordert worden, sich aus dem Bereich zu entfernen, in dem die Delegation erwartet wurde. Nach Angaben von Gewerkschaftsvertretern galten die Vorgaben auch für Mitarbeiterinnen externer Dienstleister. Frauen hätten bestimmte Zonen nicht betreten dürfen, sich in Nebenräume zurückziehen oder durch männliche Kollegen ersetzen lassen sollen. Damit geht es nicht um eine missverständliche Einzelbemerkung, sondern um Anweisungen, die den Personaleinsatz vor Ort veränderten.

Die Vorgänge lösten am Montag, dem 7. September, einen Streik der Belegschaft aus. Der Eiffelturm blieb zeitweise für Besucher geschlossen und nahm den Betrieb am folgenden Tag wieder auf. Die Beschäftigten protestierten gegen eine aus ihrer Sicht diskriminierende Behandlung ihrer Kolleginnen. Erst durch die Arbeitsniederlegung wurde der Umgang mit dem privaten Besuch über den Betrieb hinaus öffentlich bekannt.

Die SETE räumte ein, dass bei der Vorbereitung des Empfangs ein Fehler begangen worden sei. Ihr Präsident Ariel Weil kündigte eine interne Prüfung unter Beteiligung externer Fachleute an. Sie soll die Entscheidungskette rekonstruieren: Wer formulierte die Anweisungen, wer gab sie weiter, und auf welcher Grundlage wurden Mitarbeiterinnen von ihren regulären Aufgaben ferngehalten?

Auch die Stadt Paris, der das Bauwerk gehört, lässt den Vorgang prüfen. Bürgermeister Emmanuel Grégoire bezeichnete die Entscheidung als nicht hinnehmbar und ordnete eine weitere Untersuchung an. Sie soll klären, welche Kontrollmechanismen bei der Betreibergesellschaft versagt haben und wie sich vergleichbare Vorgaben künftig verhindern lassen. Die Stadt hält nach übereinstimmenden Medienberichten 99 Prozent der SETE und trägt damit eine besondere Verantwortung für deren Aufsicht.

Die BAPS-Delegation entschuldigte sich für die entstandene Situation, bestritt jedoch, eine Sonderbehandlung verlangt oder Frauen den Zugang untersagt zu haben. Nach ihrer Darstellung war der Besuch der rund hundertköpfigen Gruppe mit der Leitung des Eiffelturms abgestimmt worden, um den regulären Betrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Die Untersuchungen richten sich deshalb vor allem auf die Verantwortung der Betreiberseite. Die Aussage der Beschäftigten und die Angaben der Gewerkschaft belegen, dass Frauen von konkreten Einschränkungen betroffen waren; weiterhin ungeklärt ist, wo diese ihren Ursprung hatten. Ergebnisse der internen Prüfung und der Untersuchung der Stadt lagen am 10. September noch nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • TF1 Info
  • Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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