Politik & Gesellschaft

20 Jahre Haft für Bestatter nach schwerem Vertrauensbruch in Hull

Ein Gericht in Hull hat den früheren Bestatter Robert Bush zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er hatte 67 Straftaten eingeräumt, darunter den unwürdigen Umgang mit Verstorbenen, Betrug mit angeblicher Asche und den Verkauf ungesicherter…

Hull – 05.08.2026: Der frühere Bestatter Robert Bush ist in Großbritannien zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil erging am 31. Juli am Crown Court in Hull, nachdem der 48-Jährige 67 Straftaten eingeräumt hatte. Der Fall betrifft die von ihm geführte Firma Legacy Independent Funeral Directors. Zahlreiche Familien in East Yorkshire leiden bis heute unter den Folgen.

Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden umfassten die Taten 30 Fälle, in denen eine rechtmäßige und würdige Bestattung verhindert wurde. Als die Polizei im März 2024 die Geschäftsräume durchsuchte, fand sie dort Verstorbene, die hätten eingeäschert werden sollen. Einige Leichen waren über Monate nicht ihrer vorgesehenen Bestattung zugeführt worden und befanden sich in unterschiedlichen Stadien der Verwesung.

Ausgelöst wurde der Polizeieinsatz, als Bush während eines Aufenthalts in den USA ein anderes Bestattungsunternehmen um Hilfe bei einer Abholung bat. Dessen Mitarbeiter wurden laut Gerichtsberichten von einem Beschäftigten auf die Zustände im Betrieb aufmerksam gemacht. Die Beamten stießen anschließend auf 31 Leichen in den Kühlräumen. Die Ermittlungen der Humberside Police führten zu einer umfangreichen Anklage.

Bush bekannte sich außerdem des Betrugs an Hinterbliebenen schuldig. Familien hatten für Einäscherungen bezahlt und erhielten nach den Feststellungen der Anklage in mehreren Fällen nicht die Asche ihrer Angehörigen. Hinzu kamen vier Betrugsfälle im Zusammenhang mit tot geborenen Kindern. Das Gericht hörte Aussagen von mehr als 200 Betroffenen, die von den Folgen für ihre Trauer und ihr Vertrauen berichteten.

Der frühere Unternehmer räumte auch betrügerische Geschäfte mit Bestattungsvorsorgeplänen ein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden solche Verträge über Jahre verkauft, ohne dass die zugesagten Leistungen finanziell abgesichert waren. Zu den Delikten gehörte zudem die Veruntreuung von Spendengeldern, die bei Trauerfeiern für gemeinnützige Organisationen gesammelt worden waren. Die Ermittler beziffern den Schaden für die Kunden auf mehr als eine halbe Million Pfund.

Die Crown Prosecution Service bezeichnete die Schuldeingeständnisse bereits im April als außergewöhnlich schweren Vertrauensbruch. Bestatter begleiten Familien in einer besonders verletzlichen Lage und übernehmen Verantwortung für einen würdevollen Abschied. Die festgestellten Taten verletzten daher neben strafrechtlichen Pflichten auch ein grundlegendes gesellschaftliches Vertrauen.

Das Urteil beendet einen zentralen Abschnitt der strafrechtlichen Aufarbeitung. Für viele Angehörige dauert die persönliche Belastung jedoch an: Durch die Durchsuchung im Jahr 2024 verloren sie nachträglich die Gewissheit darüber, was mit den Verstorbenen und deren sterblichen Überresten geschehen war. Die 20-jährige Haftstrafe ahndet die 67 Straftaten, zu denen sich Bush schuldig bekannt hatte.

Quellen

  • Associated Press
  • Crown Prosecution Service
  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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