Limoges – 07.09.2026: Nach einem importierten Fall des Andes-Hantavirus sind in Frankreich 45 Kontaktpersonen vorsorglich in häusliche Quarantäne geschickt worden. Die Absonderung konnte bis zu 42 Tage dauern. Das berichtet France Inter unter Berufung auf Didier Lepelletier, den Generaldirektor der französischen Gesundheitsbehörde. Betroffen war ein französisch-argentinischer Jugendlicher, der im Juli mit seiner Familie durch Frankreich reiste und später in Spanien isoliert wurde.
Der Jugendliche war laut der Recherche am 23. Juli im Universitätsklinikum Limoges untersucht worden. Tests auf Zika, Dengue und Chikungunya fielen demnach nach drei Tagen negativ aus. Das Ergebnis der Untersuchung auf das Andes-Hantavirus lag dagegen erst rund zwei Wochen später vor. In der Zwischenzeit reiste der Patient durch die Normandie weiter nach Spanien.
Das französische Gesundheitsministerium bestätigte die Infektion am 6. August. Das Nationale Referenzzentrum identifizierte den Erreger als Andes-Hantavirus, eine vor allem in Südamerika verbreitete Variante. Im Unterschied zu den meisten anderen Hantaviren kann sie unter bestimmten Bedingungen von Mensch zu Mensch übertragen werden, insbesondere bei engem und längerem Kontakt. Der Jugendliche hatte nach Behördenangaben nur leichte Beschwerden und war zum Zeitpunkt der Bekanntgabe bereits genesen.
Santé publique France teilte am 7. August mit, die Reisewege würden rekonstruiert und mögliche Kontaktpersonen ermittelt. Regionale Gesundheitsbehörden sollten die Betroffenen informieren und medizinisch begleiten. Wegen der geringen Virusmenge in den Proben und des milden Krankheitsverlaufs empfahlen Fachleute vor allem für enge Kontakte eine häusliche Absonderung. Die Behörde bewertete das Übertragungsrisiko insgesamt als sehr gering.
France Inter berichtet zudem über zwei Infektionen im familiären Umfeld. Der 85 Jahre alte Großvater des Jugendlichen, Bewohner eines Pflegeheims in Limoges, sei zunächst negativ getestet worden. Eine weitere Probe vom 18. August habe zwei Tage später ein positives Ergebnis erbracht. Auch seine Ehefrau sei positiv getestet worden. In den herangezogenen Veröffentlichungen der Behörden findet sich bislang keine gesonderte Bestätigung dieser beiden Fälle.
Rechtsgrundlage der Quarantäne war ein Dekret vom 7. August. Es erfasste Menschen, die zwischen dem 18. und 28. Juli Kontakt zu dem in Limoges untersuchten Reisenden hatten oder anschließend einem ernsthaften Infektionsrisiko ausgesetzt waren. Die Absonderung durfte 42 Tage nach dem letzten riskanten Kontakt nicht überschreiten; für die Umsetzung waren die Präfekten am jeweiligen Wohnort zuständig.
Nach Angaben von Santé publique France bestand keine Verbindung zu dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius im Mai 2026. Die Behörden stuften die Infektion des Jugendlichen ausdrücklich als importierten Fall ein.
Quellen
- Franceinfo
- France Inter
- Santé publique France
- Légifrance
- Französisches Gesundheitsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).