Paris – 07.08.2026: Nach dem Nachweis des Andes-Hantavirus bei einem französisch-argentinischen Touristen haben die französischen Gesundheitsbehörden vorsorgliche Maßnahmen eingeleitet. Menschen, die während seines Aufenthalts in Frankreich engen Kontakt zu dem Mann hatten, sollen sich zu Hause absondern. Der Reisende befindet sich inzwischen mit seiner Familie in Galicien im Nordwesten Spaniens in Isolation. Symptome hat er derzeit nicht mehr.
Bestätigt wurde die Infektion durch das Nationale Referenzzentrum für Hantaviren am Institut Pasteur. Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums hielt sich der Mann in der zweiten Julihälfte in Frankreich auf. Während dieser Zeit habe er lediglich leichte, grippeähnliche Beschwerden gehabt und sei medizinisch untersucht worden. Die Behörden rekonstruieren nun seine Reiseroute und ermitteln jene Personen, bei denen wegen der Nähe und Dauer des Kontakts ein erhöhtes Risiko bestehen könnte.
Zu den bislang bekannten Stationen zählen die Normandie, Nouvelle-Aquitaine und die Region Paris. Der Tourist reiste anschließend beschwerdefrei nach Galicien weiter. Dort werden er und seine Familie von den spanischen Behörden überwacht. Frankreich und Spanien koordinieren die Kontaktverfolgung mit den zuständigen europäischen Stellen. Für Menschen mit nur geringem Expositionsrisiko sind nach den bisher veröffentlichten Angaben keine Bewegungseinschränkungen vorgesehen.
Das Andes-Hantavirus kommt vor allem in Teilen Argentiniens und Chiles vor. Im Unterschied zu anderen Hantaviren kann diese Variante unter bestimmten Bedingungen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden setzt dies gewöhnlich einen engen und längeren Kontakt voraus. Das französische Ministerium stuft das Übertragungsrisiko in diesem Fall deshalb als sehr gering ein. Hinweise auf eine Verbreitung des Virus in der Bevölkerung gebe es nicht.
Hantaviren werden überwiegend durch infizierte Nagetiere übertragen, etwa wenn Menschen Partikel aus deren Ausscheidungen einatmen. Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums kann die Inkubationszeit zwischen sieben und 45 Tagen betragen. Mögliche Anzeichen sind Fieber, Muskelbeschwerden und Erschöpfung. Bei schweren Verläufen können Atemprobleme hinzukommen. Kontaktpersonen sollen daher ihren Gesundheitszustand beobachten und mögliche Symptome rasch medizinisch abklären lassen. Die häusliche Absonderung enger Kontakte ist eine Vorsichtsmaßnahme für den Zeitraum, in dem eine Erkrankung auftreten könnte.
Nach Angaben der französischen und spanischen Behörden besteht kein Zusammenhang mit dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Expeditionsschiff "MV Hondius" im Frühjahr 2026. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte diesen Ausbruch am 2. Juli für beendet. Die aktuelle Kontaktverfolgung gilt einem davon unabhängigen, aus dem Ausland eingeschleppten Einzelfall; die Schutzmaßnahmen bleiben auf die konkret ermittelten engen Kontakte beschränkt.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Gesundheitsministerium
- Spanisches Gesundheitsministerium
- El País
- Weltgesundheitsorganisation
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).