Paris – 20.09.2026: Die Sorge über Frankreichs Staatsverschuldung wächst. Nach einer Anfang September veröffentlichten Umfrage des Instituts Elabe halten 85 Prozent der Befragten einen raschen Schuldenabbau für dringend. Das ist ein Prozentpunkt mehr als Ende Juli und neun Punkte mehr als im Mai 2023. Die jüngsten Annahmen für den Staatshaushalt 2027 geben dieser Stimmung zusätzlichen Auftrieb.
Das Finanzministerium rechnet nach den bekannt gewordenen Haushaltsdaten damit, dass die öffentliche Verschuldung 2026 auf 119,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigt. Für 2027 werden 121,7 Prozent erwartet. Damit würde die Schuldenquote einen neuen Höchststand erreichen. Sie setzt die Verbindlichkeiten der öffentlichen Verwaltungen ins Verhältnis zur jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes.
Auch die Europäische Kommission hatte im Frühjahr einen weiteren Anstieg vorausgesagt. Ihre Prognose lag bei 118,1 Prozent für 2026 und mehr als 120 Prozent für 2027. Die Unterschiede erklären sich aus abweichenden Annahmen zu Wachstum, Einnahmen, Ausgaben und Zinsen. In der Tendenz stimmen beide Projektionen überein: Ohne eine deutliche Senkung des Defizits wächst der Schuldenberg weiter.
Nach den Regierungsannahmen soll das öffentliche Defizit 2026 bei 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen und 2027 auf 5 Prozent sinken. Damit bliebe es klar über dem europäischen Referenzwert von 3 Prozent. Solange der Staat mehr ausgibt, als er einnimmt, muss er zusätzliche Kredite aufnehmen. Selbst eine sinkende Defizitquote bedeutet daher noch keinen Rückgang der Gesamtverschuldung.
Zugleich engen steigende Zinsausgaben den finanziellen Spielraum ein. Höhere Finanzierungskosten wirken sich schrittweise aus, wenn fällige Anleihen ersetzt oder neue Schuldtitel ausgegeben werden. Hinzu kommen die für 2027 vorgesehenen höheren Verteidigungsausgaben. Das Finanzministerium stellt deshalb Einsparungen oder eine Begrenzung anderer Ausgaben in Aussicht. Premierminister Sébastien Lecornu hält unterdessen an dem Ziel fest, die Steuern weitgehend stabil zu halten.
Die Umfrage deutet allerdings nicht auf einen gesellschaftlichen Konsens über den Weg zur Konsolidierung hin. Viele Befragte erwarten, dass verschiedene Bevölkerungsgruppen einen Beitrag leisten. Sobald es um konkrete Ausgabenkürzungen oder Steuererhöhungen geht, treten jedoch politische und soziale Gegensätze hervor. Die grundsätzliche Zustimmung zum Schuldenabbau lässt sich daher nicht ohne Weiteres in Mehrheiten für einzelne Maßnahmen übersetzen.
Im anstehenden Haushaltsverfahren muss die Regierung darlegen, auf welchen Wachstums-, Einnahmen- und Ausgabenannahmen ihre Prognosen beruhen. Dabei geht es auch um die Frage, welche Bereiche von Einsparungen betroffen wären und wie sich zusätzliche Belastungen verteilen würden. Der Entwurf für den Haushalt 2027 liegt dem Hohen Rat für öffentliche Finanzen zur Prüfung vor.
Quellen
- Franceinfo und France 2: Umfrage zur öffentlichen Verschuldung
- Elabe: Umfrage zur öffentlichen Verschuldung
- Europäische Kommission: Wirtschaftsprognose für Frankreich
- Französisches Finanzministerium laut Reuters-Bericht
- Le Monde: Haushaltsprognose 2027
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).