Grenoble – 23.07.2026: Fünf Tage nach dem Abbruch ihres Auftritts in Grenoble zieht DJ Barbara Butch juristische Konsequenzen in Betracht. Die Künstlerin kündigte am Donnerstag an, mehrere Klagen einreichen zu wollen. Nach Angaben ihrer Anwältin Audrey Msellati richtet sich eine davon auch gegen La France insoumise. Welche Personen oder Stellen darüber hinaus konkret angezeigt werden sollen, blieb zunächst offen.
Der Auftritt hatte am Samstag, dem 18.07.2026, beim städtischen Festival Cabaret Frappe stattgefunden. Nach übereinstimmenden Berichten wurde das DJ-Set nach rund zwanzig Minuten unterbrochen. Vor der Bühne hatten sich pro-palästinensische Demonstrierende versammelt. Die Stadt Grenoble erklärte anschließend, es seien unter anderem Glasflaschen und weitere Gegenstände in Richtung der Bühne geworfen worden. Der genaue Ablauf ist Gegenstand der Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft Grenoble eröffnete am Dienstag, dem 21.07.2026, ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf gemeinschaftliche Behinderung von Freiheiten. Damit prüft die Justiz insbesondere, ob die Störung über eine politische Kundgebung hinausging und gezielt darauf gerichtet war, den Auftritt zu verhindern. Angaben zu möglichen Beschuldigten, Vorladungen oder weiteren Ermittlungsmaßnahmen machte die Behörde bislang nicht.
Barbara Butch war im Vorfeld des Festivals zum Ziel eines Boykottaufrufs geworden. Kritikerinnen und Kritiker warfen ihr vor, an Veranstaltungen mit Bezug zu Israel teilgenommen und eine öffentliche Erklärung zur damals diskutierten Yadan-Gesetzesinitiative unterstützt zu haben. Die Initiative zielte auf den Kampf gegen neue Formen des Antisemitismus und war politisch umstritten. Aus der Kritik an der Künstlerin entwickelte sich in Grenoble eine Auseinandersetzung, die inzwischen weit über den Konzertabend hinausreicht.
Vertreter von La France insoumise hatten die Mobilisierung gegen den Auftritt öffentlich unterstützt. Die Partei und ihre lokalen Akteure sehen darin politischen Protest gegen die Positionen der DJ. Ob und in welchem Umfang daraus eine rechtliche Verantwortung folgen könnte, ist offen. Darüber wird nicht in politischen Stellungnahmen entschieden, sondern gegebenenfalls durch die Ermittlungen und spätere Gerichte.
Für Barbara Butch steht nach ihrer Ankündigung nicht allein die abgesagte Musik im Mittelpunkt. Es geht auch um die Frage, ob Kulturschaffende unter Druck gesetzt werden dürfen, weil ihnen politische Haltungen oder Kontakte zugeschrieben werden. Mehrere hundert Persönlichkeiten aus Kultur und Zivilgesellschaft hatten sich bereits öffentlich mit ihr solidarisiert. Zugleich bleibt der Konflikt um den Nahostkrieg der Hintergrund, vor dem sich in Frankreich gesellschaftliche Spannungen zunehmend auch in Kulturveranstaltungen entladen.
Die angekündigten Klagen liegen nach bisherigem Stand noch nicht öffentlich im Wortlaut vor. Entscheidend wird deshalb sein, welche Vorwürfe die Anwältin konkret begründet und welche Belege sie den Behörden vorlegt. Bis dahin gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Grenoble dauern an.
Quellen
- Franceinfo
- Staatsanwaltschaft Grenoble laut TF1 Info
- Le Dauphine Libere
- Stadt Grenoble
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).