Paris – 28.09.2026: Der Vorsitzende des Rassemblement National, Jordan Bardella, hat einen Bericht von Mediapart über ihm zugeschriebene antisemitische und verschwörungsideologische Nachrichten entschieden zurückgewiesen. Das Investigativmedium veröffentlichte am Montag Auszüge aus privaten Unterhaltungen, die aus den ersten Jahren seines politischen Engagements beim damaligen Front National stammen sollen. Bardella bezeichnete die Dokumente als grobe Fälschungen und kündigte rechtliche Schritte gegen Mediapart an.
Die Recherche betrifft den Berichten zufolge Nachrichten aus den Jahren 2013 bis 2015. Mediapart schreibt sie Bardella zu, der damals ein junger Aktivist der Partei war. In den veröffentlichten Auszügen finden sich demnach antisemitische Stereotype und verschwörungsideologische Behauptungen. Bardella hat gegenüber dem Medium bestritten, die ihm zugeschriebenen Texte verfasst zu haben. Damit stehen einander vorerst die Recherche des Mediums und das umfassende Dementi des Parteivorsitzenden gegenüber.
Philippe Ballard, Sprecher des Rassemblement National und Abgeordneter des Départements Val-d'Oise, verteidigte Bardella am Montag in einer Debatte bei Franceinfo. Er bezeichnete den Bericht als inhaltlich substanzlos und fragte, weshalb die Nachrichten bei angenommener Echtheit nicht früher bekannt geworden seien. Zudem warf er Mediapart vor, die Partei von Marine Le Pen politisch zu bekämpfen. Eine eigene Erklärung zur Herkunft der publizierten Dokumente gab Ballard in der Sendung nicht.
Der Abgeordnete Erwan Balanant von der zentristischen Partei Mouvement Démocrate widersprach Ballard in derselben Debatte. Der zeitliche Abstand zwischen den mutmaßlichen Äußerungen und ihrer Veröffentlichung belegt allerdings weder die Echtheit noch eine Fälschung. Maßgeblich ist vielmehr, ob sich Herkunft, Überlieferung und Urheberschaft der Nachrichten nachvollziehbar feststellen lassen. Genau darüber streiten der Rassemblement National und das Recherchemedium.
Für Bardella ist der Vorgang politisch heikel. Er verkörpert seit Jahren den Versuch, den Rassemblement National für breitere Wählerschichten anschlussfähig zu machen. Die Partei, die bis 2018 Front National hieß, bemüht sich unter Marine Le Pen und Bardella um eine Abgrenzung vom politischen Erbe ihres Gründers Jean-Marie Le Pen. Dessen wiederholte antisemitische Äußerungen und Verurteilungen belasteten die Partei über Jahrzehnte. Entsprechende Vorwürfe gegen ihren heutigen Vorsitzenden berühren deshalb unmittelbar die Glaubwürdigkeit dieses Erneuerungskurses.
Der Konflikt dürfte nun auch juristisch ausgetragen werden. Welche konkreten Schritte Bardella einleiten will und wann dies geschehen soll, war am Montag noch nicht bekannt. Ebenso lag keine gerichtliche Bewertung der veröffentlichten Unterlagen vor. Gesichert ist bislang: Mediapart präsentiert die Nachrichten als Ergebnis einer eigenen Untersuchung, Bardella bestreitet ihre Echtheit vollständig, und sein Parteisprecher stellt vor allem den Zeitpunkt der Veröffentlichung infrage.
Quellen
- Franceinfo
- Mediapart
- Agence France-Presse via Boursorama
- Euronews
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).