Politik & Gesellschaft

Blockaden stören den Unterricht an 589 französischen Gymnasien

Die Schülerproteste in Frankreich haben am Montag 589 Gymnasien beeinträchtigt. Zwar waren weniger Schulen betroffen als am Freitag, doch Gewalt, Festnahmen und hohe Sachschäden erhöhen den Druck auf die Regierung.

Paris – 05.10.2026: Die Blockaden an französischen Gymnasien haben am Montag 589 Einrichtungen beeinträchtigt, wie Bildungsminister Édouard Geffray mitteilte. Damit ging die Zahl gegenüber Freitag zurück, als nach Regierungsangaben fast 800 Schulen betroffen waren. Von einer Rückkehr zum Alltag kann dennoch keine Rede sein: In mehreren Regionen fiel Unterricht aus, Schulen schlossen zeitweise oder wechselten zum Fernunterricht.

Die Mobilisierung hatte Mitte September im Raum Créteil begonnen und sich rasch über das Land ausgebreitet. Schülerinnen und Schüler beklagen fehlende Lehrkräfte, lange Stundenpläne, überfüllte Klassen und den schlechten Zustand vieler Gebäude. Hinzu kommt der Unmut über Parcoursup, das zentrale Bewerbungsverfahren für Hochschulen, das viele Jugendliche als zusätzlichen Leistungs- und Orientierungsdruck empfinden.

Besonders angespannt blieb die Lage in der Île-de-France. Dort registrierte die Regionalverwaltung am Montag 240 beeinträchtigte Gymnasien; an mehr als 80 Einrichtungen kam es nach ihren Angaben zu Gewalt, Auseinandersetzungen oder Sachbeschädigungen. Am Dienstag, dem 6. Oktober, sollen in der Region mehr als 200 Gymnasien geschlossen bleiben oder digitalen Unterricht anbieten. Landesweit haben Schülerorganisationen zu einem weiteren Aktionstag aufgerufen.

Die Regierung unterscheidet zwischen den sozialen Forderungen der Jugendlichen und der Gewalt am Rande der Blockaden. Das Justizministerium meldete seit Beginn der Proteste 5.060 Fälle von Polizeigewahrsam, darunter 4.406 Minderjährige. Gegen 1.802 Menschen laufen demnach Strafverfahren. Vier Minderjährige und zehn Erwachsene befinden sich in Untersuchungshaft; weitere Fälle endeten bislang mit alternativen Sanktionen oder wurden eingestellt.

Auch die materielle Bilanz ist erheblich. Nach Angaben des Bildungsministeriums wurden 24 Schulen in Brand gesetzt oder anderweitig beschädigt, 78 Beschäftigte des Bildungswesens verletzt. Die Regionen, die für Bau und Unterhalt der Gymnasien zuständig sind, beziffern die bislang bekannten Schäden auf rund 20 Millionen Euro. Allein die Île-de-France nennt vorläufig sieben Millionen Euro und kündigte an, sich an Strafverfahren als Nebenklägerin zu beteiligen.

Premierminister Sébastien Lecornu berief am Montagabend Bildungsminister Geffray, Innenminister Laurent Nuñez und Hochschulminister Philippe Baptiste zu einer Lagebesprechung ein. Die Regierung will den Unterricht wieder aufnehmen, sobald die Sicherheit gewährleistet ist, und Gespräche über die Forderungen der Schüler führen. Geffray kündigte eine Plattform an, über die Jugendliche ihre Anliegen an das Ministerium übermitteln können.

La France insoumise weist den Vorwurf zurück, die Proteste organisiert oder Gewalt befördert zu haben. Die Partei fordert eine politische Antwort auf die Missstände im Bildungswesen. Menschenrechtsorganisationen und Schülerverbände verlangen zudem eine Deeskalation der Polizeieinsätze. Mehrere Verbände rufen für den 6. Oktober zu Kundgebungen auf, darunter auf der Place de la République in Paris.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Französisches Justizministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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