Paris – 01.10.2026: Die Proteste an französischen Gymnasien haben am Mittwoch deutlich an Umfang gewonnen. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez waren landesweit 356 Schulen von Blockaden oder anderen Störungen betroffen, nach 338 am Vortag zur gleichen Uhrzeit. Die Bewegung hatte rund eine Woche zuvor an mehreren Schulen im Großraum Paris begonnen und hat inzwischen zahlreiche Städte erreicht. Die Beteiligten verbinden Forderungen nach besseren Lernbedingungen mit Kritik an der staatlichen Bildungspolitik.
Das Bildungs- und das Innenministerium berieten am Abend des 30. September mit Präfekten und Rektoren über die Lage. Bildungsminister Édouard Geffray kündigte ein Beteiligungsformat an, über das Schülerinnen und Schüler ihre Anliegen vorbringen sollen. Die Plattform soll nach Regierungsangaben spätestens am Vormittag des 6. Oktober eingerichtet werden. Anschließend ist eine landesweite Auswertung der eingegangenen Forderungen vorgesehen. Nähere Angaben zur Form und zu möglichen Konsequenzen der Konsultation machte die Regierung zunächst nicht.
Zugleich verwiesen die Behörden auf gewaltsame Auseinandersetzungen am Rande der Proteste. Nach Angaben des Innenministeriums wurden am Mittwoch 625 Menschen festgenommen; 83 Polizisten und Gendarmen erlitten Verletzungen. Seit Beginn der Mobilisierung registrierte das Bildungsministerium 119 Verletzte, darunter 34 Beschäftigte. Die Polizeiaufsicht IGPN untersucht drei Vorfälle in Sevran, Saint-Ouen-l'Aumône und Tours. In Tours wurde ein Jugendlicher am Kopf verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Was den Verletzungen jeweils vorausging, ist Gegenstand der Untersuchungen.
Die Union syndicale lycéenne und die Studierendenorganisation Union Étudiante haben für Donnerstag, den 1. Oktober, zu weiteren Blockaden an Gymnasien und Hochschulen aufgerufen. Für Dienstag, den 6. Oktober, ist eine landesweite Jugenddemonstration angekündigt. Nach Angaben der Organisatoren unterstützen auch die Studierendenverbände Fage und Unef die Mobilisierung. In welchem Umfang sich Universitäten beteiligen, war am Donnerstagmorgen noch offen.
Als Gründe für den Protest nennen die Verbände überfüllte Klassen, Personalmangel, nicht vertretene Lehrkräfte und sanierungsbedürftige Gebäude. Die Studierendenorganisationen fordern außerdem zusätzliche Mittel für Schulen und Hochschulen. Sie wenden sich gegen die Auswahlverfahren für den Hochschulzugang, insbesondere gegen die Plattformen Parcoursup und Mon Master. Die Regierung hat diese Forderungen bislang nicht zur Grundlage ihres angekündigten Gesprächsangebots gemacht.
Präsident Emmanuel Macron sagte am Mittwoch in Madrid, Sorgen und Unmut junger Menschen müssten in einem geordneten demokratischen Rahmen Ausdruck finden. Gewalt sei jedoch nicht zu rechtfertigen. Während die Regierung den Zugang zum Unterricht sichern will, setzen die Verbände ihre Mobilisierung fort: Nach dem Aktionstag am 1. Oktober soll am 6. Oktober die angekündigte landesweite Demonstration folgen.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für nationale Bildung Frankreichs
- Agence France-Presse über Boursorama
- Union Étudiante
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).