Am vierten landesweiten Protesttag sind Schüler und Studierende erneut in zahlreichen Städten auf die Straße gegangen. In Paris endete die Kundgebung an der Bastille nach Angaben aus dem Umfeld der Demonstration mit Tränengas und dem Einsatz eines Wasserwerfers. Zuvor hatten Studierende unter anderem Zugänge zur Universität Panthéon-Assas blockiert. Das Bildungsministerium bezifferte die Zahl der am Mittag vollständig geschlossenen Gymnasien auf 157 von rund 3.700 Einrichtungen; in der Île-de-France waren 145 Schulen beeinträchtigt.
Die Proteste reichen inzwischen weit über Paris hinaus. Ouest-France berichtete über Blockaden, Kundgebungen und Demonstrationen von Rennes und Caen bis Nantes, Brest und Le Mans. Die regionale Ausbreitung verleiht Forderungen nach mehr Personal, verlässlichem Vertretungsunterricht, sanierten Gebäuden und Änderungen beim Hochschulzugang Parcoursup zusätzliches Gewicht.
Bildungsminister Édouard Geffray empfing am Nachmittag die wichtigsten Schülervertretungen und stellte einen kurzfristigen Notfallplan für die Vertretung abwesender Lehrkräfte in Aussicht. Die Organisationen bewerten die Gespräche bislang nicht als ausreichende Antwort und rufen zur Fortsetzung der Mobilisierung auf. Damit bleibt der Umgang der Polizei ebenso Teil des Konflikts wie die Lage an den Schulen selbst.