Der Brand am Gebäude Michel Serres der Universität Rouen-Normandie ist am Samstag zu einem wichtigen regionalen Thema mit Folgen für den Hochschulbetrieb geworden. Das Feuer brach nach ersten Angaben kurz nach 2.30 Uhr auf dem Campus von Mont-Saint-Aignan aus. Beschädigt wurden die Fassade, ein Treppenbereich und Teile des Dachs. Verletzt wurde niemand. Die Staatsanwaltschaft von Rouen hat ein Verfahren wegen vorsätzlicher Zerstörung durch Brand eröffnet; die Ermittler prüfen unter anderem, ob brennender Unrat oder ein Abfallbehälter als Ausgangspunkt diente.
Das Gebäude bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Dort befinden sich unter anderem Angebote für Ausbildung, Berufsorientierung, internationale Studierende, Weiterbildung und die Unterstützung von Menschen mit Behinderung; auch zwei Hörsäle sind betroffen. Die Universitätsleitung kündigte eine Anlaufstelle für Studierende und Beschäftigte an und will über die Fortsetzung der betroffenen Aktivitäten informieren. Der Schaden trifft den Campus damit zu Beginn der Herbstferien, beseitigt aber nicht den organisatorischen Druck auf die Zeit danach.
Für Rouen ist der Fall mehr als ein lokales Feuer: Er betrifft eine öffentliche Hochschule und zwingt sie, zentrale Serviceangebote kurzfristig zu verlagern. Die Ermittlungen sollen nun klären, wer das Feuer gelegt hat und ob es einen konkreten Hintergrund gibt. Einen Zusammenhang mit den Demonstrationen des Tages haben die Behörden bislang nicht festgestellt.