Paris – 11.10.2026: Ein Cyberangriff hat die Online-Abstimmung der sozialdemokratischen Vorwahl für die französische Präsidentschaftswahl 2027 erheblich verlangsamt. Nach Angaben der Organisationskommission wurde die Plattform e-votez seit ihrer Öffnung am Freitag, dem 9. Oktober, um 8 Uhr mit einer großen Zahl automatisierter Zugriffe überlastet. Die Abstimmung blieb geöffnet, doch zeitweise konnten sich registrierte Wähler nicht anmelden.
Die beteiligten Parteien Parti socialiste, Place publique und Gauche républicaine et socialiste versicherten, die Integrität der bereits gespeicherten Stimmen sei nicht beeinträchtigt. Die technische Störung habe weder zu einer Unterbrechung des Wahlvorgangs noch zu einer Veränderung abgegebener Stimmen geführt. Dennoch verlängerte die Kommission den ursprünglich bis Samstagabend angesetzten ersten Wahlgang bis Sonntag, den 11. Oktober, um 18 Uhr.
Nach Darstellung der Organisatoren zielte der Angriff auf die Erreichbarkeit des Dienstes, nicht auf die digitalen Stimmzettel. Bots hätten massenhaft gleichzeitige Verbindungen simuliert. Eine solche Überlastungsattacke kann ein digitales Angebot verlangsamen oder zeitweise blockieren, ohne dass die Angreifer zwangsläufig Zugriff auf gespeicherte Daten oder Wahlergebnisse erhalten. Die Organisatoren kündigten eine Anzeige wegen des Angriffs auf ein demokratisches Verfahren an.
Agnès Pannier-Runacher, frühere Ministerin für den ökologischen Wandel und Mitverantwortliche für das Programm von Gabriel Attal, brachte den Vorfall am Sonntag bei Franceinfo mit der Gefahr politischer Einflussnahme in Verbindung. Es gebe Bestrebungen, die politische Debatte in Frankreich zu radikalisieren und besonders die extreme Rechte zu stärken, sagte sie. Einen konkreten Urheber des Angriffs oder belastbare Belege für eine ausländische Steuerung nannte sie nicht.
Der Vorfall berührt ein grundlegendes Problem digitaler Abstimmungen. Auch wenn Vertraulichkeit und Unverfälschtheit der Stimmen gewahrt bleiben, kann eine eingeschränkte Erreichbarkeit der Plattform den gleichberechtigten Zugang zum Wahlverfahren behindern. Mit der Verlängerung wollten die Organisatoren registrierten Teilnehmern ausreichend Gelegenheit geben, ihre Stimme trotz der Störung abzugeben. Die eingerichtete telefonische Hilfe sei während des Angriffs erreichbar geblieben.
Die Vorwahl soll einen gemeinsamen Kandidaten der beteiligten sozialdemokratischen Kräfte für die Präsidentschaftswahl 2027 bestimmen. Sie ist keine staatlich organisierte Wahl, besitzt aber politisches Gewicht für die Neuordnung des französischen Mitte-links-Lagers. Ein gemeinsamer Bewerber soll verhindern, dass konkurrierende Kandidaturen das Lager bereits im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl schwächen.
Ob der Angriff die Beteiligung verändert hat, ließ sich vor dem Ende der verlängerten Frist nicht beurteilen. Nach Angaben der Organisationskommission waren die gespeicherten Stimmen trotz der zeitweiligen Zugangsprobleme unversehrt.
Quellen
- Parti socialiste
- RTL
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).