Politik & Gesellschaft

Darmanin wirft Bardella im Streit um antisemitische Nachrichten Lügen vor

Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin greift den Vorsitzenden des Rassemblement National scharf an. Jordan Bardella bestreitet weiterhin, die ihm zugeschriebenen antisemitischen Nachrichten verfasst zu haben, und geht juristisch gegen die Veröffentlichungen vor.

Paris – 02.10.2026: Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin hat Jordan Bardella vorgeworfen, die Öffentlichkeit im Streit um mutmaßlich antisemitische Nachrichten bewusst zu täuschen. Im Sender RTL sagte Darmanin, der Vorsitzende des Rassemblement National lüge unverfroren. Eine politische Strategie, die auf Unwahrheiten beruhe, wecke erhebliche Zweifel an Bardellas Eignung für Regierungsverantwortung.

Auslöser sind Recherchen des französischen Onlinemediums Mediapart über private Nachrichten, die Bardella 2013 als jungem Aktivisten des damaligen Front National verfasst haben soll. Sie enthalten den Berichten zufolge antisemitische und verschwörungsideologische Aussagen. Mediapart veröffentlichte die Vorwürfe am 28. September und legte am 1. Oktober weitere Unterlagen vor, die nach Darstellung des Mediums die Herkunft der Nachrichten belegen.

Bardella bestreitet, die Texte geschrieben zu haben. Er bezeichnet die Dokumente als Fälschungen und spricht von einer gezielten Kampagne zu seiner politischen Beschädigung. Nach Angaben von Franceinfo und RTL kündigte er neben einer bereits erhobenen Verleumdungsklage eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung und des Gebrauchs gefälschter Dokumente an. Politisch wiegen die Vorwürfe schwer; juristisch ist die Echtheit des Materials bislang nicht abschließend geklärt.

Mediapart stützt seine Darstellung nach eigenen Angaben auf Gesprächsauszüge, elektronische Korrespondenz und technische Prüfungen. Franceinfo berichtete, die veröffentlichten Nachrichten seien durch einen Gerichtsvollzieher gesichert worden; zudem habe der Plattformkonzern Meta Informationen zur Herkunft geliefert. Bardella weist das gesamte Material dennoch zurück.

Präsident Emmanuel Macron hatte die Bardella zugeschriebenen Äußerungen am 30. September als schwerwiegend und nicht hinnehmbar bezeichnet und den Rassemblement National zu einer Klärung aufgefordert. Führende Parteivertreter stellten sich hinter ihren Vorsitzenden. Edwige Diaz, die Vorsitzende der RN-Fraktion im Senat, wies den Antisemitismusvorwurf am 1. Oktober zurück und verteidigte die Linie ihrer Partei.

Der Konflikt trifft den Rassemblement National an einem empfindlichen Punkt. Die Partei bemüht sich seit Jahren, sich von der Geschichte des Front National und dessen Gründer Jean-Marie Le Pen abzugrenzen. Dieser war mehrfach wegen antisemitischer Äußerungen verurteilt worden. Marine Le Pen und Bardella machten die gesellschaftliche und politische Normalisierung der Partei zu einem Kern ihrer Strategie.

Darmanin richtet seine Kritik daher ebenso gegen Bardellas Glaubwürdigkeit wie gegen die mutmaßlichen Nachrichten. Der Justizminister stellt dessen Umgang mit den Recherchen als Frage politischer Verantwortung dar. Bardella hält seinerseits an seiner vollständigen Zurückweisung fest. Ob die Dokumente echt sind, ist Gegenstand des angekündigten juristischen Verfahrens; ein gerichtliches Urteil liegt bislang nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • RTL
  • Le Monde
  • Associated Press
  • Mediapart

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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