Paris – 14.08.2026: Die außergewöhnliche Sommertrockenheit in Frankreich hat sich während der anhaltenden Hitzewelle weiter verschärft. Eine am Freitag veröffentlichte Auswertung von Franceinfo vergleicht die Entwicklung mit früheren Jahren. Seit dem 28. Juli erlebt das Land seine dritte nationale Hitzewelle dieses Sommers. Sie zählt nach Angaben des Senders inzwischen zu den längsten solcher Ereignisse seit Beginn der entsprechenden Messreihe im Jahr 1947.
Schon vor dieser Hitzewelle hatte Météo-France eine ungewöhnlich starke Austrocknung der Böden festgestellt. Am 25. Juli waren die oberflächennahen Böden im gesamten französischen Mutterland und auf Korsika von Trockenheit betroffen. Sie enthielten weniger Wasser als zu den entsprechenden Zeitpunkten der Jahre 2022 und 2025; ihre Feuchtigkeit näherte sich den niedrigsten Werten, die im August 2022 gemessen worden waren.
Die Dürre geht auf eine Abfolge besonders warmer und niederschlagsarmer Wochen seit Juni zurück. Vom 17. bis 30. Juni registrierte der Wetterdienst eine ungewöhnlich frühe, lange und intensive Hitzewelle. Mit einer landesweiten Durchschnittstemperatur von 22,8 Grad Celsius war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der französischen Aufzeichnungen. Zugleich fiel im Monatsmittel rund 45 Prozent weniger Regen als im Referenzzeitraum von 1991 bis 2020.
Eine zweite Hitzewelle dauerte nach Angaben von Météo-France vom 4. bis 19. Juli, die dritte begann neun Tage später. Anhaltend hohe Temperaturen steigern die Verdunstung: Pflanzen, Böden und Gewässer verlieren schneller Wasser. Örtliche Gewitter können kurzfristig Entlastung bringen, gleichen das über Wochen entstandene Defizit aber nicht zwangsläufig aus. Zudem kann Wasser auf stark ausgetrockneten Böden oberflächlich abfließen, statt unmittelbar einzusickern.
Die Folgen reichen von erschwerten Bedingungen für die Landwirtschaft bis zu Belastungen für Flüsse, Grundwasserreserven und die örtliche Versorgung. Das Umweltministerium hatte bereits am 13. Juli von einer landesweit frühen und intensiven Dürresituation gesprochen. Zu diesem Zeitpunkt galten 201 Präfekturerlasse zur Regulierung des Wasserverbrauchs. Besonders betroffen war Nouvelle-Aquitaine: In elf der zwölf Départements galten für bestimmte Wasserentnahmen Beschränkungen der höchsten Stufe.
Welche Regeln gelten, entscheiden die Präfekturen nach der regionalen Versorgungslage. Sie können die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen einschränken und Vorgaben für private Schwimmbecken, Autowäsche, Gartenbewässerung oder industrielle Nutzungen erlassen. Die Priorität liegt auf der Trinkwasserversorgung sowie dem Schutz von Gesundheit, Sicherheit und Gewässerökosystemen. Die landesweite Austrocknung der Böden erhöht dabei den Druck auf Regionen, die bereits seit Wochen ihren Wasserverbrauch begrenzen müssen.
Quellen
- Franceinfo
- Météo-France
- Ministerium für ökologischen Wandel Frankreichs
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).