Paris – 14.08.2026: An französischen Autobahnraststätten ist in diesem Sommer ein neues Aufgabenprofil zu beobachten: Ladeassistenten unterstützen Reisende an Schnellladesäulen. Sie erklären Bedienung und Bezahlung, helfen bei einfachen Störungen und weisen Fahrzeuge freien Anschlüssen zu. Gebraucht werden sie vor allem an jenen Tagen, an denen der Ferienverkehr innerhalb weniger Stunden stark anschwillt und leistungsfähige Ladepunkte knapp werden.
Die französische Bezeichnung "borniste" leitet sich vom Wort für Ladesäule ab. Dahinter steht bislang kein einheitlich geregelter Ausbildungsberuf, sondern eine Servicefunktion von Betreibern und Dienstleistern. Das Personal übernimmt Aufgaben, die früher Tankwarte erfüllten: Es gibt Orientierung, erläutert technische Abläufe und hält auf engem Raum den Verkehr in Bewegung.
Die Autobahnkonzessionäre APRR und AREA haben nach eigenen Angaben für den Sommer 2026 fast 100 solcher Kräfte auf rund 40 Rastanlagen eingeplant. Ihr Einsatz begann zum ersten großen Ferienwochenende und soll bis zum 31. August dauern. An besonders stark ausgelasteten Standorten können zudem vorübergehend weitere Ladepunkte aufgestellt werden.
Die personelle Hilfe reagiert auf eine Eigenheit der Elektromobilität. Ein Ladevorgang dauert länger als klassisches Tanken; außerdem unterscheiden sich Anschlüsse, Ladeleistungen, Apps und Zahlungswege. Falsch abgestellte Fahrzeuge, unnötig lange belegte Plätze oder Bedienungsprobleme können deshalb den Durchsatz einer Anlage erheblich verringern. Ein Assistent schafft zwar keine zusätzliche elektrische Leistung, kann vorhandene Kapazitäten aber besser nutzbar machen.
Der Ausbau der Infrastruktur bleibt dennoch unverzichtbar. Nach dem jüngsten Barometer des Branchenverbands Avere-France gab es Ende Juni 2026 landesweit 197.663 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Die Gesamtzahl sagt allerdings wenig darüber aus, wie gleichmäßig sie verteilt sind und welche Leistung sie bieten. Für lange Fahrten zählen vor allem Schnellladezentren an Autobahnen, an denen viele Fahrzeuge binnen kurzer Zeit große Strommengen benötigen.
Auch für Raststätten verändert sich das Geschäft. Beim Laden gewinnen Aufenthaltsdauer, digitale Bezahlverfahren und persönliche Betreuung an Gewicht. Zugleich entstehen neue Tätigkeiten entlang der elektrischen Mobilität. Der Ausbildungsverband ANFA verweist für 2026 auf zusätzliche Qualifikationen für Wartung, Reparatur und Demontage von Batterien. Die Arbeit an der Säule gehört nicht zu diesen technischen Kernberufen, ergänzt sie jedoch im direkten Kontakt mit Reisenden. Bis zum Ende der französischen Sommerferien bleiben die Assistenten an den Rastanlagen von APRR und AREA im Einsatz.
Quellen
- Franceinfo, Bericht vom 14.08.2026
- APRR und AREA, Hinweise zum Sommerreiseverkehr
- Avere-France, Barometer der öffentlichen Ladeinfrastruktur
- ANFA, Barometer Elektrofahrzeug 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).