Wirtschaft

Dürre treibt die Preise für Dosengemüse

Nach den Gemüsebauern fordern auch Verarbeiter höhere Preise. Hitze und Trockenheit haben die Ernte geschmälert und erhöhen die Kosten entlang der Lieferkette.

Paris – 09.10.2026: Der trockene Sommer erreicht Frankreichs Supermarktregale. Hersteller von Gemüsekonserven wollen nach Angaben von Franceinfo höhere Verkaufspreise durchsetzen, weil Hitze und Wassermangel die Ernte für die industrielle Verarbeitung geschmälert haben. Betroffen sind unter anderem Kartoffeln sowie Gemüse für Dosen und Tiefkühlprodukte. Ob und wie stark die Preise im Handel steigen, hängt nun von den Verhandlungen zwischen Herstellern und Handelsketten ab.

Auf den Feldern haben die extremen Bedingungen harte Böden, kleinere Kartoffeln und geringere Erträge hinterlassen. Ein von Franceinfo befragter Landwirt beziffert den Schaden in seinem Betrieb auf 200.000 Euro. Die Bauern verlangen deshalb staatliche Hilfen. Für die Verarbeiter bedeutet das knappe Angebot, dass weniger geeignete Rohware für ihre Produktionslinien verfügbar ist oder zu höheren Preisen eingekauft werden muss.

Auch amtliche Daten belegen die Belastung der Landwirtschaft. Das Nationale Institut für Statistik und Wirtschaftsforschung erwartet, dass die Hitzewellen die landwirtschaftliche Produktion 2026 merklich verringern. Bei Gemüse und anderen Kulturen treffen hohe Temperaturen auf anhaltende Trockenheit. Darunter können Ertrag, Größe und Qualität der Erzeugnisse leiden. Bewässerung begrenzt die Schäden, steht jedoch nicht allen Betrieben im gleichen Umfang zur Verfügung und kann bei Wasserknappheit eingeschränkt werden.

Erste Preissignale waren bereits im Sommer erkennbar. Die Statistikstelle des Landwirtschaftsministeriums meldete für August 2026 einen Anstieg der Erzeugerpreise für Frischgemüse um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Diese Angabe lässt sich nicht unmittelbar auf Dosengemüse übertragen, beschreibt aber den Kostendruck in der Branche. Bei verarbeiteten Lebensmitteln kommen Ausgaben für Energie, Verpackung, Transport und Produktion hinzu.

Die Forderungen der Industrie bedeuten allerdings nicht, dass die Verbraucherpreise sofort und im gleichen Umfang steigen. Hersteller handeln ihre Tarife mit dem Einzelhandel aus, der seinerseits über Sortiment, Sonderangebote und Verkaufspreise entscheidet. Vorhandene Lagerbestände, Importe oder unterschiedliche Ernteergebnisse einzelner Kulturen können die Entwicklung vorübergehend abfedern. Für Waren aus der Ernte 2026 wächst dennoch das Risiko höherer Preise.

Die Konservenherstellung ist besonders auf planbare Mengen angewiesen. Gemüse wird nach der Ernte in kurzer Zeit verarbeitet, während Produktion und Lieferverträge häufig lange im Voraus festgelegt werden. Fällt weniger geeignete Ware an, lassen sich Fehlmengen deshalb nicht ohne Weiteres ersetzen. Auch Importe bieten nur begrenzt Entlastung, wenn Hitze und Trockenheit mehrere europäische Anbaugebiete zugleich treffen.

Die Preisforderungen der Verarbeiter schließen damit an die Verluste vieler Gemüsebauern an. Bevor sich die Folgen im Supermarkt zeigen, stehen jedoch die Verhandlungen innerhalb der Lieferkette: vom Einkauf der Ernte über die Verarbeitung bis zu den Konditionen, zu denen Handelsketten Konserven und Tiefkühlgemüse anbieten.

Quellen

  • Franceinfo, Bericht vom 8. Oktober 2026
  • Institut national de la statistique et des études économiques, Folgen der Hitzewellen für die Landwirtschaft 2026
  • Agreste, Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im August 2026

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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