Wirtschaft

Dürre treibt mehr französische Rinder zum Schlachthof

Nach dem trockenen Sommer 2026 sind die Schlachtungen großer Rinder in Frankreich gestiegen. Viele Höfe haben ihre Wintervorräte bereits angebrochen und müssen ihre Bestände neu kalkulieren.

Paris – 29.09.2026: In Frankreich sind im August mehr große Rinder geschlachtet worden. Das geht aus der jüngsten Monatsauswertung des landwirtschaftlichen Statistikdienstes Agreste hervor. Besonders betroffen waren Milchkühe und männliche Großrinder. Der Anstieg folgt auf einen außergewöhnlich trockenen Sommer, der viele Viehhalter zwingt, ihre Futterversorgung neu zu berechnen. Eine landesweite Bilanz möglicher weiterer Bestandsverkleinerungen liegt bislang nicht vor.

Die Trockenheit hat Weiden und Futterkulturen schwer geschädigt. Nach Angaben des Institut de l'Elevage lag das Defizit der Grünlandproduktion seit Jahresbeginn im französischen Durchschnitt bei rund 40 Prozent. Für Grand Est, Bourgogne-Franche-Comté, Okzitanien und Nouvelle-Aquitaine wurden je nach Gebiet Einbußen zwischen 40 und 50 Prozent geschätzt. Vielerorts blieben zudem die Erträge von Silomais deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Zahlreiche Betriebe mussten deshalb bereits im Sommer auf Heu, Silage und andere Vorräte zurückgreifen, die gewöhnlich für den Winter vorgesehen sind. Das Nationale Institut für Herkunft und Qualität berichtete im August, dass manche Biobetriebe ihre Winterreserven wegen des fehlenden Grases angebrochen hätten. Wo weder die Weiden noch die Vorräte genügen, wird der Zukauf von Futter zur zusätzlichen finanziellen Belastung. Für einzelne Höfe kann die Verkleinerung der Herde dann zur betriebswirtschaftlichen Notmaßnahme werden.

Um Versorgungsengpässe abzﻞrn, genehmigte das Institut bis zum 25. August mehr als 400 individuelle Ausnahmen für rund 4.000 französische Biomilchbetriebe. Unter engen Vorgaben dürfen diese einen begrenzten Anteil konventionell erzeugter Futtermittel einsetzen. Dabei handelt es sich nicht um eine allgemeine Freigabe: Jeder Betrieb muss einen begründeten Antrag stellen. Die Ausnahmen sollen gewährleisten, dass die Tiere trotz dürrebedingter Engpässe ausreichend versorgt werden können.

Kurzfristig können die höheren Schlachtzahlen das Angebot an Rindfleisch vergrößern. Verlässliche Rückschlüsse auf die Ladenpreise oder die insgesamt verfügbare Fleischmenge der kommenden Monate lassen sich daraus jedoch nicht ziehen. Beides hängt davon ab, wie viele Betriebe Tiere abgeben, zu welchen Preisen Futter erhältlich ist und wie sich die Nachfrage entwickelt. Der Rindfleischverbrauch in Frankreich geht bereits seit längerer Zeit zurück.

Die Lage variiert erheblich nach Region und Betriebsform. Zwar setzte nach Niederschlägen mancherorts wieder Graswachstum ein, doch reichte die Erholung häufig nicht für eine reguläre Rückkehr der Tiere auf die Weiden. Das Institut de l'Elevage verwies außerdem auf ein knappes Futterangebot und Preise von mehr als 200 Euro je Tonne. Damit müssen viele Halter noch vor dem Winter fehlende Vorräte zu hohen Kosten ersetzen oder ihren Tierbestand verringern.

Quellen

  • Franceinfo – Mehr Rinderschlachtungen nach der Dürre
  • Agreste – Rinderschlachtungen im August 2026
  • Institut de l'Elevage – Agrarklimabericht und Grünland, September 2026
  • Nationales Institut für Herkunft und Qualität – Dürrehilfen für Biobetriebe

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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