Politik & Gesellschaft

Fast 30 Jahre nach Tupac Shakurs Tod beginnt der Prozess gegen Duane Davis

In Las Vegas hat die Auswahl der Geschworenen im Verfahren gegen Duane "Keffe D" Davis begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den tödlichen Angriff auf den Rapper Tupac Shakur im Jahr 1996 organisiert zu…

Las Vegas – 12.08.2026: Im Gerichtsgebäude von Clark County hat ein Verfahren begonnen, auf das Angehörige, Musikfans und Ermittler seit Jahrzehnten warten. Fast 30 Jahre nach dem Tod des Rappers Tupac Shakur steht Duane "Keffe D" Davis vor Gericht. Die Auswahl der Geschworenen läuft seit Montag, dem 10. August. Für den Prozess ist nach Angaben des Gerichts etwa ein Monat vorgesehen.

Die Staatsanwaltschaft von Nevada beschuldigt den 63-Jährigen, den tödlichen Angriff auf Shakur organisiert zu haben. Davis ist wegen Mordes mit einer tödlichen Waffe angeklagt; erschwerend kommt der Vorwurf hinzu, eine kriminelle Bande gefördert oder unterstützt zu haben. Im Fall einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.

Davis hat auf nicht schuldig plädiert. Die Anklage muss den Geschworenen daher darlegen, welche Rolle er in der Nacht zum 8. September 1996 gespielt haben soll. Shakur war nach einem Boxkampf in einem Wagen nahe dem Las Vegas Strip unterwegs, als aus einem anderen Fahrzeug auf ihn geschossen wurde. Er erlag seinen Verletzungen sechs Tage später, am 13. September 1996.

Der Mord blieb jahrzehntelang ungeklärt. Zwar kursierten zahlreiche Spekulationen, konkurrierende Darstellungen und Ergebnisse privater Nachforschungen. Zu einem Strafverfahren kam es jedoch erst wesentlich später: Davis wurde im September 2023 angeklagt. Die Ermittler stützen sich unter anderem auf frühere öffentliche Äußerungen des Beschuldigten und auf Gespräche, die er mit Polizeibeamten geführt hatte.

Kurz vor Prozessbeginn entschied Richterin Carli Kierny, dass die Aufzeichnung eines Polizeigesprächs aus dem Jahr 2008 als Beweismittel zugelassen wird. Die Verteidigung hatte geltend gemacht, Davis habe damals davon ausgehen dürfen, dass seine Aussagen nicht gegen ihn verwendet würden. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Welches Gewicht die Aufnahme im Verfahren haben wird, obliegt nun der Jury.

Für die Anklage ist die Beweisführung auch deshalb schwierig, weil wesentliche Spuren aus dem Jahr 1996 fehlen. Die Tatwaffe wurde den Verfahrensangaben zufolge bislang nicht gefunden. Mehrere Menschen, die damals in den beteiligten Fahrzeugen saßen oder in den Fall verwickelt gewesen sein sollen, sind inzwischen gestorben. Aussagen, frühere Interviews und erhaltene Ermittlungsakten müssen deshalb ein Geschehen rekonstruieren, das drei Jahrzehnte zurückliegt.

Tupac Shakur war bei seinem Tod 25 Jahre alt und eine der prägenden Stimmen des US-Hip-Hop. Der Prozess soll nun klären, ob Davis strafrechtlich für den Angriff verantwortlich ist. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).