Saint-Gaudens – 30.07.2026: Vor den Toren des Zellstoffwerks Fibre Excellence in Saint-Gaudens hält die Ungewissheit an. Das Handelsgericht Toulouse hat dem Standort in der Haute-Garonne eine letzte Frist eingeräumt, nachdem ein Industrieunternehmen eine vorläufige Interessenbekundung vorgelegt hatte. Nach den dem Gericht übermittelten Angaben hinterlegte der Interessent zugleich eine finanzielle Sicherheit von zwei Millionen Euro. Damit ist die unmittelbar drohende Liquidation zunächst abgewendet.
Die Erklärung ist allerdings noch kein verbindliches Übernahmeangebot. Der mögliche Käufer muss sein Vorhaben nun ausarbeiten und dem Gericht belastbare Angaben zu Finanzierung, Produktion und Beschäftigung vorlegen. Erst auf dieser Grundlage kann über eine Fortführung des Werks entschieden werden. Die Richter haben somit Zeit für eine eingehende Prüfung geschaffen, aber keine Rettung beschlossen.
Für die Beschäftigten in Saint-Gaudens bedeutet die Entscheidung einen schmalen Hoffnungsschimmer nach Wochen unter hohem Druck. Das Werk gehört zum Zellstoffhersteller Fibre Excellence, der sich seit Ende April in einem gerichtlichen Sanierungsverfahren befindet. Die Lage des Unternehmens hatte sich zuletzt weiter zugespitzt, weil frühere Übernahmepläne keine ausreichende Grundlage für den Fortbestand boten.
Am 27. Juli hatte das Handelsgericht Toulouse den Unternehmensstandort in Tarascon im Département Bouches-du-Rhône in die Liquidation geschickt. Dort verlieren 270 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Zugleich wurde ein zuvor eingereichtes Übernahmekonzept des Unternehmers Matthieu Pigasse für Fibre Excellence nicht angenommen. Für Saint-Gaudens blieb damit allein die kurzfristig eingegangene Erklärung eines weiteren Interessenten.
Die hinterlegten zwei Millionen Euro sollen die Prüfung des Vorhabens absichern. Nach übereinstimmenden Berichten will sich das Gericht bis Ende August erneut mit dem Fall befassen. Der Name des interessierten Industrieunternehmens ist bislang nicht veröffentlicht worden. Auch zur Zahl der Arbeitsplätze, die ein künftiges Konzept sichern könnte, liegen keine bestätigten Angaben vor.
Das Werk in Saint-Gaudens ist für die regionale Industrie von erheblicher Bedeutung. Es verarbeitet Holz zu Zellstoff, einem Grundstoff unter anderem für Papierprodukte, und ist mit Zulieferern aus der Forstwirtschaft, Transportbetrieben und Dienstleistern verflochten. Von einer Schließung wären daher über die unmittelbare Belegschaft hinaus weitere Unternehmen in der Region betroffen. Für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb müssten neben der Finanzierung auch die Versorgung mit Holz, die Energiekosten und die Bedingungen des Emissionshandels berücksichtigt werden.
Die Beschäftigten verfolgten die Beratungen in den vergangenen Tagen nach Angaben von Gewerkschaftsvertretern mit großer Anspannung und warteten vor dem Werk auf die Entscheidung. Ihre Aussichten hängen nun von einem Konzept ab, dessen Einzelheiten noch nicht bekannt sind. Während der Standort Tarascon bereits abgewickelt wird, läuft das Sanierungsverfahren für Saint-Gaudens vorerst weiter.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Tribunal de commerce de Toulouse
- Region Occitanie
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).