Der frühere französische Premierminister François Bayrou ist nach einem mehrtägigen Aufenthalt auf der Intensivstation wieder auf dem Weg der Besserung. Wie die Stadtverwaltung von Pau am Mittwoch bestätigte, wurde der 74-Jährige am Dienstagabend aus der Intensivstation entlassen und wird nun auf einer regulären Krankenhausstation weiter behandelt. Bayrou war zuvor wegen einer „sehr schweren Grippe“ ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Die Mitteilung markiert eine Entwarnung für einen der profiliertesten Politiker der politischen Mitte in Frankreich, dessen gesundheitlicher Zustand am Wochenende Besorgnis ausgelöst hatte. Laut Angaben der Mairie von Pau hatte Bayrou zunächst auf der Intensivstation gelegen, bevor er am Dienstagabend in die Infektiologie verlegt wurde. Sein Zustand habe sich „deutlich verbessert“, so die Stadtverwaltung.
Bayrou ist derzeit Bürgermeister von Pau und war bis September 2025 für rund neun Monate Premierminister Frankreichs – in einer schwierigen politischen Phase, die durch innenpolitische Spannungen und internationale Herausforderungen geprägt war. Der Vorsitzende der Zentrumspartei MoDem ist seit Jahrzehnten eine prägende Figur der französischen Politik und gilt als wichtiger politischer Weggefährte von Präsident Emmanuel Macron, mit dem ihn ein strategisches Bündnis verbindet.
Die schwere Erkrankung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Bayrou nach seinem Rücktritt vom Amt des Premierministers wieder verstärkt seiner kommunalpolitischen Arbeit in der südwestfranzösischen Stadt Pau widmet. Erst Anfang Dezember hatte er sich öffentlich bei einem Termin zur Sanierung der historischen Markthalle der Stadt gezeigt.
Ob Bayrou – der sich trotz seines Alters politisch nie in den Ruhestand verabschiedet hat – in absehbarer Zeit wieder eine aktive Rolle auf nationaler Bühne einnimmt, ist derzeit unklar. Fest steht jedoch, dass seine Genesung in politischen Kreisen mit großer Erleichterung aufgenommen wird.
Autor: P. Tiko