Politik & Gesellschaft

François Hollande hält sich eine Kandidatur für 2027 offen

Bei einer Signierstunde in Paris wirbt François Hollande für sein neues Buch "Unir" und begegnet möglichen Wählern. Ob er bei der Präsidentschaftswahl 2027 antritt, will der frühere Staatspräsident offenbar erst im Dezember entscheiden.

Paris – 08.09.2026: François Hollande hat die Veröffentlichung seines neuen Buches "Unir – Neue Welt, neue Linke" für einen öffentlichen Auftritt in Paris genutzt. Am Montagabend, dem 7. September, signierte der frühere Staatspräsident Exemplare in der Buchhandlung Fontaine Haussmann im 8. Arrondissement. Politische Aufmerksamkeit erhielt der Termin, weil Hollande eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2027 weiterhin nicht ausschließt.

Der 72-Jährige trat als Autor auf, nicht als erklärter Bewerber. Doch die Rollen lassen sich schwer voneinander trennen. Sein Buch verbindet eine Analyse der politischen Lage mit Überlegungen zur Erneuerung der französischen Linken. Nach Angaben des Verlags Robert Laffont erschien der Essay am 3. September. Hollande wirbt darin für ein Bündnis, das über die angestammten Milieus der linken Parteien hinausreichen soll.

Die Signierstunde folgte auf mehrere Wochen, in denen Hollande seine politische Verfügbarkeit wiederholt angedeutet hatte. Seit 2024 vertritt er das Département Corrèze wieder als Abgeordneter in der Nationalversammlung. Buchtermine bieten ihm nun die Gelegenheit, die Resonanz auf seine Person zu prüfen und Kontakte jenseits der Parteiapparate zu pflegen. Eine formelle Kampagne hat er bislang nicht eröffnet.

Für die französische Linke ist sein Zögern politisch relevant. Das sozialdemokratische Lager sucht vor der Wahl 2027 nach einer Persönlichkeit, die sowohl gegen den Rassemblement National als auch gegen Bewerber der radikalen Linken und der politischen Mitte bestehen kann. Neben Hollande gilt vor allem Raphaël Glucksmann als möglicher Kandidat des gemäßigten linken Spektrums. Auf eine gemeinsame Bewerbung haben sich die beteiligten Kräfte bisher nicht verständigt.

Hollande war von 2012 bis 2017 Präsident der Republik. Wegen seiner damals geringen Popularität verzichtete er auf eine Bewerbung um eine zweite Amtszeit – ein in der Geschichte der Fünften Republik beispielloser Schritt für einen amtierenden Präsidenten. Eine Rückkehr in den Präsidentschaftswahlkampf wäre politisch ungewöhnlich, verfassungsrechtlich jedoch möglich. Die Begrenzung betrifft aufeinanderfolgende Amtszeiten und schließt eine spätere Kandidatur nicht aus.

Nach Medienberichten will Hollande seine Entscheidung bis Dezember aufschieben. Dabei dürfte eine Rolle spielen, ob sich bis dahin im linken Lager eine andere Bewerbung mit ausreichender Unterstützung abzeichnet. Der Titel "Unir" beschreibt zugleich Hollandes gegenwärtige Strategie: Er möchte sich als Vertreter einer breiten Allianz gegen die Zersplitterung des Parteiensystems präsentieren.

Eine Signierstunde kann die Erfolgsaussichten einer Präsidentschaftskandidatur kaum messen. Sie verschafft Hollande jedoch Öffentlichkeit und den direkten Kontakt zu potenziellen Unterstützern. Bislang hat der frühere Präsident seine Bewerbung für 2027 weder erklärt noch ausgeschlossen.

Quellen

  • franceinfo
  • Le Monde
  • Robert Laffont über Fnac
  • Fondation Jean-Jaurès

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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