Paris – 21.09.2026: Frankreichs Wirtschaftsminister Roland Lescure hat angesichts hoher Kraftstoffpreise weitere staatliche Hilfen zum 1. Oktober in Aussicht gestellt. Im Sender France Inter sagte er am Montag, zusätzliche Maßnahmen seien sehr wahrscheinlich. Eine allgemeine Senkung der Kraftstoffsteuern schloss er dagegen aus. Die Regierung setzt damit weiter auf gezielte Entlastungen für Haushalte und Wirtschaftszweige, die besonders stark von Benzin- und Dieselkosten betroffen sind.
Die Ankündigung knüpft an bestehende Programme an. Nach Angaben der Regierung wurden Hilfen für Wirtschaftszweige mit hohem Kraftstoffverbrauch für September und Oktober verlängert. Dazu zählen unter anderem Transport, Bau, Landwirtschaft, Fischerei und bestimmte Dienstleistungen. Dort schlagen steigende Preise unmittelbar auf Betriebskosten, Margen und Transporttarife durch. Das Kabinett begründet den begrenzten Empfängerkreis mit der außergewöhnlichen Belastung dieser Branchen und dem Ziel, öffentliche Mittel möglichst zielgenau einzusetzen.
Für private Vielfahrer gibt es ein eigenes Verfahren. Die Kraftstoffbeihilfe beträgt nach Regierungsangaben 100 Euro. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch über sechs Monate entspreche dies rechnerisch einer Entlastung von etwa 20 Cent je Liter. Rund 1,4 Millionen Anträge seien bislang eingegangen. Zugleich hätten mehr als 1,5 Millionen grundsätzlich anspruchsberechtigte Personen noch keinen Antrag gestellt. Deshalb wurde die Frist bis zum 30. September 2026 verlängert.
Mit der Absage an eine pauschale Steuersenkung weist Lescure Forderungen zurück, die Verbrauchsteuer auf Energieerzeugnisse vorübergehend zu reduzieren. Ein solcher Schritt würde Benzin und Diesel unmittelbar verbilligen, käme allerdings allen Autofahrern zugute, unabhängig von Einkommen, Fahrleistung oder beruflicher Abhängigkeit vom Auto. Zudem müsste der Staat erhebliche Einnahmeausfälle hinnehmen. Die Regierung will daher die Folgen des Preisanstiegs abfedern, ohne den Preis an der Zapfsäule für sämtliche Käufer staatlich zu senken.
Politisch bleibt die Frage heikel. Hohe Kraftstoffkosten treffen Pendler in ländlichen und vorstädtischen Gebieten besonders hart, wenn Bus und Bahn keine praktikable Alternative bieten. Auch kleine Betriebe können zusätzliche Ausgaben oft nur begrenzt auffangen. Seit Beginn der Energiekrise hat Frankreich seine Unterstützungsinstrumente mehrfach angepasst und dabei zunehmend auf befristete, nach Einkommen oder Branche abgegrenzte Hilfen gesetzt.
Wie die zum 1. Oktober angekündigten Maßnahmen ausgestaltet werden, ließ Lescure offen. Angaben zu Umfang, Zugangsvoraussetzungen und Finanzierung machte er zunächst nicht. Fest steht bislang nur, dass die Regierung keine allgemeine Steuersenkung plant und die bereits beschlossenen Branchenhilfen bis Ende Oktober gelten.
Quellen
- Franceinfo
- Französische Regierung
- Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).