Wirtschaft

Frankreichs Regierung prüft weitere Hilfen wegen hoher Kraftstoffpreise

Premierminister Sébastien Lecornu berät in Paris über die Energieversorgung und mögliche Entlastungen. Diesel kostete zuletzt landesweit durchschnittlich rund 2,41 Euro je Liter.

Paris – 21.09.2026: Frankreichs Regierung berät an diesem Montag über weitere Maßnahmen gegen die stark gestiegenen Kraftstoffpreise. Premierminister Sébastien Lecornu hat dazu in Matignon zwei Sitzungen mit Ministern und Vertretern der Verwaltung angesetzt. Am Vormittag geht es um die Versorgung mit Erdöl und Gas, am Nachmittag um kurz- und mittelfristige Hilfen für Haushalte. Neue Beschlüsse wurden vor Beginn der Beratungen nicht bekannt gegeben.

Der Druck auf die Regierung wächst. Nach öffentlichen Preisdaten kostete Diesel am Sonntag landesweit durchschnittlich rund 2,41 Euro je Liter und erreichte damit einen neuen Höchststand. Für den meistverkauften Ottokraftstoff Super E10 wurden im Mittel mehr als 2,17 Euro fällig, für Super Plus etwa 2,28 Euro. Die Regierung führt den Anstieg auf angespannte Lieferketten und den Krieg im Nahen Osten zurück.

Geprüft werden vor allem gezielte Entlastungen, weil der finanzielle Spielraum des Staates begrenzt ist. Eine allgemeine Preissenkung für sämtliche Autofahrer wäre erheblich teurer als Hilfen für besonders betroffene Berufsgruppen oder Pendler mit niedrigerem Einkommen. Noch offen ist, ob die bisherige Unterstützung für Vielpendler über den 30. September hinaus verlängert oder neu zugeschnitten wird.

Das laufende Programm richtet sich an Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen, die für ihren Arbeitsweg auf das Auto angewiesen sind. Voraussetzung sind tägliche Fahrten von insgesamt mindestens 30 Kilometern oder mehr als 8.000 beruflich bedingte Kilometer im Jahr. Für den Zeitraum von April bis August beträgt die Hilfe 100 Euro. Nach Regierungsangaben hatten bis Anfang September 1,4 Millionen Menschen einen Antrag gestellt. Das Portal bleibt bis zum 30. September geöffnet.

Für besonders kraftstoffabhängige Branchen wurden bereits Verlängerungen beschlossen. Landwirtschaftliche Betriebe erhalten im September und Oktober weiterhin 15 Cent je Liter Agrardiesel. Für die Fischerei gelten Hilfen von 25 Cent je Liter, für kleine Unternehmen des Baugewerbes und des öffentlichen Tiefbaus 20 Cent je Liter.

Hinzu kommen Kredit- und Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen aus Transport, Landwirtschaft, Fischerei und Bau. Der Schnellkredit für Kraftstoff kann zwischen 5.000 und 50.000 Euro betragen, läuft über 36 Monate und sieht zwölf Monate ohne Tilgung vor. Für Taxis wurde eine außerordentliche Liquiditätsvorauszahlung eingerichtet. Vom 1. Oktober an sind zudem Hilfen für den Kauf oder die Miete von Elektrofahrzeugen vorgesehen.

Die Regierung muss damit zugleich die Versorgung sichern und über weitere Entlastungen entscheiden. Präsident Emmanuel Macron will sich am Donnerstag, dem 24. September, um 20 Uhr in einem Fernsehinterview bei TF1 und France 2 zur Kraftstoffkrise äußern. Eine Entscheidung über zusätzliche Hilfen für private Autofahrer lag am Montagmorgen noch nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP via Connaissance des Énergies
  • Französische Regierung
  • Französisches Wirtschaftsministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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