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Frankreich: Senat will Frauen rehabilitieren, die vor 1975 illegal abgetrieben haben

Fast 50 Jahre nach der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Frankreich steht eine historische Entscheidung bevor: Der französische Senat wird am 20. März über eine Gesetzesvorlage abstimmen, die Frauen rehabilitieren soll, die vor 1975 wegen illegaler Abtreibung verurteilt wurden. Ein längst überfälliger Schritt Bis zur Einführung des Loi Veil 1975 – benannt nach der damaligen Gesundheitsministerin…

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Fast 50 Jahre nach der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Frankreich steht eine historische Entscheidung bevor: Der französische Senat wird am 20. März über eine Gesetzesvorlage abstimmen, die Frauen rehabilitieren soll, die vor 1975 wegen illegaler Abtreibung verurteilt wurden.

Ein längst überfälliger Schritt

Bis zur Einführung des Loi Veil 1975 – benannt nach der damaligen Gesundheitsministerin Simone Veil – war der Schwangerschaftsabbruch in Frankreich verboten und strafbar. Unzählige Frauen wurden damals verurteilt, weil sie eine illegale Abtreibung durchführen ließen oder anderen dabei halfen. Viele mussten gefährliche, oft lebensbedrohliche Eingriffe in Kauf nehmen.

Nun soll das französische Parlament diese Vergangenheit offiziell aufarbeiten. Die ehemalige Frauenrechtsministerin Laurence Rossignol, die die Gesetzesinitiative eingebracht hat, erklärte:

"Es ist an der Zeit, dass die Scham den Platz wechselt – nicht die Frauen, sondern die damalige Gesetzgebung war kriminell."

Der Gesetzentwurf erkennt an, dass die früheren Gesetze die Gesundheit von Frauen gefährdeten, ihre sexuelle und reproduktive Autonomie verletzten und zu zahllosen physischen und psychischen Leiden führten.

Eine nationale Kommission zur Aufarbeitung

Neben der symbolischen Rehabilitierung sieht der Entwurf auch die Einrichtung einer unabhängigen nationalen Kommission vor. Diese soll:

  • Die Erinnerung an das Unrecht bewahren
  • Die Geschichten der betroffenen Frauen dokumentieren
  • Dazu beitragen, dass sich solche Verurteilungen nicht wiederholen

Diese Initiative geht auf einen Appell zurück, der im Januar – anlässlich des 50. Jahrestags des Loi Veil – in der Zeitung Libération veröffentlicht wurde. Bereits damals forderten zahlreiche Intellektuelle und Politiker eine offizielle Anerkennung des erlittenen Unrechts.

Frankreich setzt ein Zeichen für die Welt

In einer Zeit, in der das Recht auf Abtreibung weltweit unter Druck gerät, will Frankreich ein starkes Signal setzen. Rossignol betont:

"Während viele Länder Abtreibungsrechte wieder einschränken, zeigt Frankreich, dass es standhaft bleibt."

Die Entscheidung des Senats dürfte weitgehend symbolisch sein – doch für die betroffenen Frauen und ihre Familien bedeutet sie eine späte, aber wichtige Anerkennung ihres Leids.

Von C. Hatty

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