Politik & Gesellschaft

Frankreich setzt 3024 Ersatzlehrkräfte an Gymnasien ein

Bildungsminister Édouard Geffray will 3024 bislang nicht eingesetzte Ersatzlehrkräfte kurzfristig an besonders betroffene Gymnasien entsenden. Schülervertretungen und Gewerkschaften bezweifeln, dass die Umverteilung bestehende Engpässe dauerhaft behebt.

Cachan – 09.10.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray hat die kurzfristige Entsendung von 3024 Ersatzlehrkräften an Gymnasien bestätigt, die besonders stark von Unterrichtsausfällen betroffen sind. Das Personal soll nach seinen Angaben binnen weniger Tage eingesetzt werden. Am Abend des 8. Oktober hatte Geffray zunächst von rund 3000 zusätzlichen Vertretungslehrern gesprochen. Mehr als 500 Schulen sollen von der Maßnahme profitieren.

Bei den angekündigten Kräften handelt es sich laut Ministerium um fest angestellte Lehrkräfte für Vertretungszonen, die ihre Auswahlverfahren bestanden haben, bislang jedoch keiner Klasse zugeteilt waren. Diese sogenannten TZR sind reguläre Staatsbedienstete und keine kurzfristig angeworbenen Aushilfen. Die Bildungsverwaltung kann sie innerhalb ihrer jeweiligen Akademie einsetzen, um längere Ausfälle zu überbrücken oder freie Stellen vorübergehend zu besetzen.

Daneben will das Ministerium den Schulleitungen zusätzliche Stunden aus dem sogenannten Lehrer-Pakt früher als geplant zur Verfügung stellen. Freiwillige Lehrkräfte sollen dadurch kurzfristige Abwesenheiten von Kolleginnen und Kollegen mit zusätzlichem Unterricht auffangen. Die Regierung kombiniert damit zwei bestehende Instrumente: Die Akademien weisen verfügbares Vertretungspersonal zu, während die Schulen einen Teil der Ausfälle mit Mehrarbeit ausgleichen.

Schülervertretungen und Gewerkschaften reagieren dennoch zurückhaltend. Sie fragen, weshalb mehrere Tausend qualifizierte Vertretungslehrer erst nach den Protesten mobilisiert werden, obwohl Unterrichtsausfälle seit Beginn des Schuljahres bekannt sind. Der Lehrerverband SNALC bemängelte fehlende Angaben zur regionalen Verteilung, zu den betroffenen Fächern und zur Dauer der vorgesehenen Einsätze. Gerade diese Einzelheiten entscheiden darüber, ob das Personal dort ankommt, wo Unterricht regelmäßig entfällt.

Das französische Vertretungssystem teilt die Zuständigkeit nach der Dauer einer Abwesenheit. Ausfälle von weniger als 15 Tagen müssen weiterführende Schulen grundsätzlich selbst organisieren; bei längeren Abwesenheiten greift die Bildungsverwaltung ein. Ein Dekret von 2023 verpflichtet die Schulleitungen, jährlich Pläne für kurzfristigen Unterrichtsausfall aufzustellen. Nach den jüngsten verfügbaren Angaben des Ministeriums waren im öffentlichen Sekundarbereich rund 21.000 Lehrkräfte als Vertretungskräfte tätig.

Die Ankündigung folgt auf Proteste an Gymnasien und Hochschulen. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich am 8. Oktober landesweit 24.500 Menschen an den Demonstrationen. Die Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne fordert zusätzliche staatliche Bildungsmittel von zehn Milliarden Euro und verlässlichere Unterrichtsangebote.

Die Regierung reagiert damit unmittelbar auf den wachsenden Druck, schafft jedoch zunächst keine neuen Stellen. Ob die 3024 Lehrkräfte den Bedarf in den jeweiligen Regionen und Unterrichtsfächern decken, hängt von den Zuweisungen der Akademien ab. Angekündigt ist bislang die Umverteilung bereits vorhandenen Personals, keine zusätzliche Rekrutierung.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • Französisches Bildungsministerium
  • SNALC
  • Légifrance

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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