Saint-Pierre – 20.09.2026: Frankreich und Kanada wollen ihre Zusammenarbeit in der Energie-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, in der Fischerei sowie bei strategischen Technologien ausbauen. Präsident Emmanuel Macron erklärte nach einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney auf Saint-Pierre-et-Miquelon, beide Staaten strebten eine engere Partnerschaft an. Die Begegnung fand während Macrons dreitägigem Besuch der französischen Inselgruppe im Nordatlantik statt.
Macron bezeichnete Frankreich und Kanada als zwei große unabhängige Nationen, die ihre Eigenständigkeit bewahren wollten. Carney wurde am Sonntag auf dem Archipel vor der kanadischen Insel Neufundland empfangen. Das Treffen verband die regionalen Anliegen Saint-Pierre-et-Miquelons mit der strategischen Zusammenarbeit zwischen Paris und Ottawa. Beide Regierungen suchen verlässlichere Partnerschaften in einer Zeit wachsender handelspolitischer und geopolitischer Unsicherheit.
Auf der Tagesordnung standen nach Angaben der kanadischen Regierung die Luft- und Raumfahrt, Energie, kritische Rohstoffe und fortgeschrittene Technologien. Genannt wurden Quantenforschung, Satellitensysteme und Hochleistungsrechner. Frankreich interessiert sich zudem für kanadisches Flüssiggas. Paris will seine Versorgung breiter aufstellen und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern und Transportwegen verringern.
Kanada verfügt über große Vorkommen kritischer Mineralien und seltener Erden sowie über bedeutende Öl- und Gasressourcen. Macron verwies darauf, dass Flüssiggaslieferungen an die europäische Atlantikküste neue Möglichkeiten eröffnen könnten. Konkrete Verträge wurden bei der Begegnung allerdings nicht bekannt gegeben. Die Gespräche markierten zunächst politische Absichten und mögliche Felder für gemeinsame Projekte.
Für Saint-Pierre-et-Miquelon besitzt vor allem die Fischerei wirtschaftliche und politische Bedeutung. Die französische Überseegemeinschaft liegt in einem Gebiet, in dem die Nutzung der Meeresressourcen und maritime Ansprüche seit Jahrzehnten Gegenstand französisch-kanadischer Verhandlungen sind. Macron und Carney wollen die regionale Kooperationskommission zwischen dem Archipel und den kanadischen Atlantikprovinzen stärker für wirtschaftliche Entwicklung, Energiewende und Klimaanpassung nutzen. Für die rund 6.000 Einwohner sind die Beziehungen zum nahe gelegenen Kanada auch im Alltag wichtig, etwa für Versorgung, Verkehr und wirtschaftlichen Austausch.
Der Besuch hatte zugleich eine souveränitätspolitische Dimension. Washington hatte Anfang September eine Karte veröffentlicht, auf der Kanada, Grönland und Saint-Pierre-et-Miquelon unter amerikanischer Flagge dargestellt waren. Macron bekräftigte bei seiner Ankunft am 19. September, der Archipel sei französisches Hoheitsgebiet; darüber gebe es keine Debatte.
Paris und Ottawa knüpfen mit der Zusammenkunft an Kanadas jüngste Annäherung an die Europäische Union an. Auf Saint-Pierre-et-Miquelon verbanden sie diese strategische Öffnung mit den unmittelbaren Interessen des französischen Archipels. Vereinbart wurde vorerst ein breiter politischer Arbeitsrahmen; Vertragsabschlüsse oder konkrete Investitionssummen nannten beide Seiten nicht.
Quellen
- Franceinfo
- AFP
- Büro des Premierministers von Kanada
- Associated Press
- Le Monde
- Euronews
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).