Saint-Pierre – 21.09.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Premierminister Mark Carney wollen die Zusammenarbeit ihrer Länder in Verteidigung, Energie, Weltraumtechnik und Wirtschaft ausbauen. Bei ihrem Treffen am Sonntag in Saint-Pierre-et-Miquelon vereinbarten sie zudem eine engere Abstimmung bei kritischen Rohstoffen, künstlicher Intelligenz und Fragen des arktischen Raums.
Der Ort verlieh der Begegnung besondere politische Bedeutung. Der französische Archipel liegt südlich der kanadischen Insel Neufundland und ist das einzige französische Gebiet in Nordamerika. Macron verband den Besuch mit einer ausdrücklichen Bekräftigung der französischen Souveränität. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine Karte veröffentlicht, auf der Saint-Pierre-et-Miquelon gemeinsam mit Kanada und Grönland unter einer amerikanischen Flagge dargestellt war. Die Zugehörigkeit des Archipels zu Frankreich stehe nicht zur Diskussion, entgegnete Macron.
Paris und Ottawa senden damit auch ein Signal nach Washington. Kanada sucht angesichts handelspolitischer Spannungen mit den Vereinigten Staaten und wachsender sicherheitspolitischer Unsicherheit in der Arktis zusätzliche Partner in Europa. Frankreich unterstützt nach Angaben beider Seiten eine engere institutionelle Anbindung Kanadas an die Europäische Union. Carney und Macron wollen dafür auch die wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen.
Die Interessen beider Länder ergänzen sich in mehreren Bereichen. Kanada verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen sowie Energie- und Industriekapazitäten. Frankreich bringt als Nuklearmacht, Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen und führender Staat der Europäischen Union besonderes außen- und sicherheitspolitisches Gewicht ein. Für Paris bietet die Partnerschaft die Möglichkeit, Europas strategische Handlungsfähigkeit im Atlantik und in der Arktis mit konkreten Wirtschafts- und Verteidigungsprojekten zu verbinden.
Macrons Aufenthalt in Saint-Pierre-et-Miquelon leitet eine intensive diplomatische Woche ein. Anschließend reist er zur Generalversammlung der Vereinten Nationen nach New York. Die Generaldebatte der 81. Sitzungsperiode beginnt am 22. September. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs werden dort über Russlands Krieg gegen die Ukraine, den Krieg im Nahen Osten, die Energieversorgung und die Zukunft multilateraler Institutionen beraten.
Der französische Präsident versucht dabei, Frankreich als eigenständigen europäischen Gesprächspartner zu positionieren: gegenüber Washington, bei der Unterstützung der Ukraine und bei diplomatischen Bemühungen im Nahen Osten. Sein Spielraum bleibt begrenzt, weil zentrale Entscheidungen über militärische Unterstützung, Sanktionen und Handelskonflikte in Bündnissen oder von größeren Mächten getroffen werden. Das Treffen mit Carney brachte jedoch konkrete Vereinbarungen hervor: Beide Regierungen wollen ihre Zusammenarbeit bei Verteidigung, kritischen Rohstoffen, Energie, künstlicher Intelligenz, Weltraumtechnik und in der Arktis ausbauen.
Quellen
- Franceinfo
- Regierung von Kanada
- Vereinte Nationen
- Associated Press
- Le Monde
- Élysée-Palast
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).