Paris – 13.10.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray hatte versprochen, bis Dienstag 3.024 Vertretungslehrer für besonders stark von Unterrichtsausfällen betroffene Gymnasien zu mobilisieren. Der Einsatz ist angelaufen, doch ob das Ziel vollständig erreicht wurde, ließ sich am Dienstagabend nicht prüfen. Das Ministerium legte keine nach Schulen, Fächern und Bildungsbezirken aufgeschlüsselte Bilanz der tatsächlich angetretenen Lehrkräfte vor.
Geffray hatte die Maßnahme am 8. Oktober angekündigt und am folgenden Tag bei einem Besuch in Cachan im Département Val-de-Marne erläutert. Die Lehrkräfte sollten vom 9. bis zum 13. Oktober an Gymnasien vermittelt werden, an denen besonders viele Unterrichtsstunden über längere Zeit ausfallen. Vorrang sollten 114 Einrichtungen erhalten, deren Lage das Ministerium als besonders kritisch bewertet hatte.
Bei den 3.024 Personen handelt es sich nach Angaben des Ministers nicht um neu eingestellte Lehrkräfte. Sie gehören bereits zum staatlichen Personalbestand, haben die erforderlichen Auswahlprüfungen bestanden und sind Vertretungszonen zugeordnet. Zum Zeitpunkt der Ankündigung standen sie jedoch noch nicht vor einer Klasse. Solche Lehrkräfte sollen befristete oder länger dauernde Ausfälle in ihren jeweiligen Fächern übernehmen.
Die rechnerische Verfügbarkeit einer Lehrkraft schließt allerdings nicht automatisch eine konkrete Lücke. Für eine Vertretung müssen Fach, Einsatzort, Stundenplan und voraussichtliche Dauer des Ausfalls zusammenpassen. Ein Lehrer für Geschichte und Geographie kann keinen länger fehlenden Mathematiklehrer ersetzen. Auch große Entfernungen zwischen Wohnort, bisheriger Zuordnung und Schule können eine kurzfristige Vermittlung erschweren. Deshalb sagt die Gesamtzahl der verfügbaren Personen allein wenig darüber aus, wie viele Unterrichtsstunden tatsächlich wieder erteilt werden.
Zur Auswahl der Schulen nutzte das Ministerium ein neues digitales Instrument, das nicht erteilte Unterrichtsstunden erfassen soll. Neben den 114 vorrangig behandelten Gymnasien wurden rund 400 weitere Einrichtungen als weniger dringlich eingestuft. Nach Angaben des Bildungsministeriums gibt es in Frankreich etwa 3.700 Gymnasien. Die Maßnahme betrifft damit einen begrenzten, anhand der gemeldeten Ausfälle ausgewählten Teil des Schulsystems.
Politisch reagierte die Regierung damit auf die seit Anfang Oktober anhaltenden Schülerproteste. Zu deren zentralen Anliegen zählen nicht ersetzte Ausfälle, besonders in Prüfungsfächern. Am 13. Oktober meldete das Ministerium für den landesweiten Arbeitskampf eine Beteiligung von 4,98 Prozent unter den Lehrkräften der Sekundarstufe. Diese Quote erfasst jedoch Streikteilnahmen und erlaubt keinen Schluss auf längerfristig unbesetzte Unterrichtsstunden.
Die angekündigte Zahl liegt geringfügig über dem ursprünglichen Ziel von 3.000 Lehrkräften. Ob die Mobilisierung an allen vorrangig behandelten Gymnasien bereits Unterrichtsausfälle verringert hat, lässt sich erst anhand konkreter Einsatzorte, Fächer und Besetzungszeiträume beurteilen. Eine solche Vollzugsbilanz lag bis Dienstagabend nicht vor.
Quellen
- Franceinfo: Prüfung des Versprechens zu 3.000 Vertretungslehrern
- Französisches Bildungsministerium: Arbeitskampf vom 13. Oktober 2026
- TF1 Info: Hintergründe zur Mobilisierung der Vertretungslehrer
- Le Parisien: Angaben zu 3.024 Vertretungslehrern
- Le Monde: Priorisierung belasteter Gymnasien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).